26.07.2011, 15:15 Uhr
Er hat gelernt: Premierminister David Cameron vor dem Unterhaus (Foto: dpa)
Der britische Premierminister David Cameron bereut nach eigener Aussage die Einstellung seines umstrittenen früheren Beraters Andy Coulson: Wenn er gewusst hätte, was er heute wisse, hätte er den früheren Chefredakteur des Skandalblattes "News of the World" nicht zum Kommunikationschef seiner Regierung gemacht, sagte Cameron bei einer außerordentlichen Sitzung des Parlaments in London.
"Es war meine Entscheidung, und ich übernehme dafür die Verantwortung", sagte Cameron. Es tue ihm leid, dass er damit für so viel Aufruhr gesorgt habe, sagte der britische Regierungschef. Es müsse nun aber erst festgestellt werden, ob Coulson tatsächlich schuldig sei. Erst wenn das sicher sei, werde er sich entschuldigen, stellte Cameron klar.
"Man lernt nie aus. Und glauben Sie mir, ich habe daraus gelernt." Die größte Verantwortung, die er jetzt habe, sei es, die "Sauerei" aufzuräumen. Cameron kündigte an, das Beziehungsgeflecht zwischen Medien, Polizei und Politikern zu untersuchen. Seine Partei habe niemals Zahlungen an Reporter geleistet, die im Zusammenhang mit dem Skandal festgenommen wurden.
Der Premierminister war in die Kritik geraten, weil Coulson während seiner Zeit bei dem Boulevardblatt über die dortigen Abhör- und Bestechungsmethoden Bescheid gewusst haben soll. Coulson war im Januar als Kommunikationschef der Regierung zurückgetreten.
Ein junger Mann ist mit einer Platte voll mit Rasierschaum auf den 80-jährigen Medienunternehmer losgegangen. zum Video
Der Skandal um Bestechungsgelder für die Polizei und tausende angezapfte Telefone bei dem Blatt von Medienmogul Rupert Murdoch habe das "Vertrauen der Öffentlichkeit in die Polizei und die Presse" schwer beschädigt, sagte Cameron. Deshalb solle der geplante richterliche Untersuchungsausschuss nicht nur die Praktiken bei Zeitungen, sondern auch bei Fernsehsendern und sozialen Medien aufdecken.
Der erste Bericht soll in zwölf Monaten erscheinen. In dem Ausschuss, dem ein Richter vorsitzt, sollen auch frühere Journalisten großer Medienhäuser sitzen. Zudem will Cameron entschlossener gegen Korruption bei der Polizei vorgehen.
Cameron sieht sich seit Tagen mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Der Labour-Abgeordnete Gerald Kaufman fragte am Dienstag: "Sollte der Premierminister nicht seine Position überdenken?" Oppositionsführer Ed Miliband attestierte Cameron einen "katastrophalen Einschätzungsfehler", als er den früheren "News of the World"-Chefredakteur Andy Coulson zu seinem Regierungssprecher machte. Dieser war vor wenigen Tagen festgenommen worden.
Ebenfalls am Dienstag war Cameron zusätzlich unter Druck geraten, als herauskam, dass die im Abhörskandal vorübergehend festgenommene Murdoch-Managerin Rebekah Brooks Gast bei seinem 44. Geburtstag im vergangenen Oktober gewesen war. Es war die 27. Begegnung Camerons mit Murdoch-Managern in nur 15 Monaten Amtszeit. Die Geburtstagseinladung hatte die Downing Street zunächst verschwiegen.
Quelle: dpa , dapd
Mister Bean schrieb:
am 20. Juli 2011 um 20:32:56
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Aufräumer
Cameron ist eine Sauerei für Großbritanien. Sofortiger Rücktritt.
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Mike schrieb:
am 20. Juli 2011 um 20:12:53
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Nicht die feine englische Art...
...dafür nur noch lächerlich wie: Ich liebe doch alle, alle Menschen. Ich setze mich doch dafür ein.
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Friesenschubser schrieb:
am 20. Juli 2011 um 19:04:33
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Erstaunlich, erstaunlich
...denn gerade gestern war zu hören, dass jener daheim zu Tode gekommener Journalist, welcher den Stein ins Rollen
brachte, ein Drogenabhängiger, zwielichter Mensch gewesen sein soll. Na, hat man da etwa wieder auf die alte Methodik der Diskreditierung des Enthüllungstäters gesetzt = nicht zurechnungsfähig somit wertloser Mensch - Akte verschwinden lassen - Schwamm drüber ?
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