Sensationsfund im Rheinland

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Archäologen entdecken uralte Wassermühle

Erschienen am 26. August 2009 | aktualisiert am 25. September 2009 | Von Elke Silberer, dpa
Der Archäologe Udo Geilenbrügge zeigt ein historisches Schaufelblatt der rund 2000 Jahre alten Wassermühle (Foto: dpa)
Der Archäologe Udo Geilenbrügge zeigt ein historisches Schaufelblatt der rund 2000 Jahre alten Wassermühle (Foto: dpa) Vergrößern

Eine Kleinigkeit wollten die Archäologen nur noch herausfinden - und landeten einen sensationellen Volltreffer: Im Rheinland fanden sie die bisher älteste Wassermühle nördlich der Alpen. Sie stammt aus der Zeit um Christi Geburt, teilte Ausgrabungsleiter Udo Geilenbrügge vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege am Dienstag in Titz im Kreis Düren mit.

Der Fund besteht aus zwei großen hölzernen Achslagern, schaufelähnlichen Gegenständen und aus Mahlsteinen. In der Mühle an einem Altarm des kleinen Flüsschen Inde wurde aus Getreide Öl und Mehl gewonnen. "Man kann von einer Sensation sprechen", kommentierte Geilenbrügge den Fund.

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Fund war Glücksfall

Für die Experten ist das Alter der Mühle eine Überraschung. "Dass die Römer, wo sie doch gerade mal mit Cäsar in den 50er Jahren vor Christus hierhergekommen waren, so schnell ihre Technologie importiert haben, das war so nicht zu erwarten gewesen", sagte Geilenbrügge. Dass die Archäologen die Mühle überhaupt fanden, war ein Glücksfall.

Grabenverlauf gesucht - "Juwel" gefunden

Mühlen liegen immer außerhalb von Siedlungen. Archäologen graben aber im Zentrum von Siedlungsanlagen. So auch im Indetal, wo die Experten an einer Siedlung aus dem 1. Jahrhundert vor Christus arbeiten. "Wir wollten nur noch einen Grabenverlauf und dessen Position zum Altarm der Inde klären", erklärte der Archäologe. Dabei stießen sie ganz unerwartet auf das Juwel.

Zum Fund der Archäologen gehört auch diese Mahlscheibe der Wassermühle (Foto: dpa)
Zum Fund der Archäologen gehört auch diese Mahlscheibe der Wassermühle (Foto: dpa) Vergrößern

Datierung anhand von Beifunden

Die Reste der Mühle lagen über Jahrhunderte an dem Altarm der Inde in einer feuchten Mulde, sicher eingeschlossen von Lehm- und Kiesschichten. Für eine naturwissenschaftliche Datierung müssten die Funde zerstört werden. "Das wollen wir erst einmal vermeiden", sagte Geilenbrügge. Stattdessen datierten die Experten sogenannte Beifunde. Hierzu gehören zum Beispiel Sicherheitsnadeln, sogenannte Fibeln, mit denen die Menschen damals ihre Kleidung zusammensteckten. Die Betreiber der Mühle hatten sie wohl bei der Arbeit verloren. "Die Fibeln waren starken modischen Schwankungen unterworfen und erlauben uns eine genaue zeitliche Analyse. So dass man sagen kann: Die sind aus der Zeit der letzten Jahrzehnte vor Christi Geburt."

Einheimische übernahmen römische Technologie

Zu der Zeit stand das Gebiet unter dem Einfluss der Römer. Aus Tonscherben schlossen die Archäologen aber auf Einheimische. "Insofern werden es Einheimische gewesen sein, die sich auf schlaue Weise direkt die römische Technologie angeeignet haben." Diese und andere Fundstücke werden am Tag der Archäologie am 29. August gezeigt.

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Quelle: dpa
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