Ägypterin in Dresden ermordetIran gibt Bundesregierung die SchuldErschienen am 15. Juli 2009 | aktualisiert am 15. Juli 2009
Die Ägypterin Marwa al-Sherbini ist nach den Worten der Führung in Teheran im Auftrag der Bundesregierung ermordet worden. Eine Stellvertreterin des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad sagte in einem Interview der Nachrichtenagentur Fars: "Der Mörder hat ohne weiteres den Gerichtssaal mit einer Waffe betreten, daher sollten wir davon ausgehen, dass er im Auftrag der Bundesregierung gehandelt hat." Internationale Gremien sollten dafür sorgen, dass alle Hintergründe der Tat in Dresden aufgeklärt werden, sagte Sahra Sadschadi, Stellvertreterin und Frauenbeauftragte des Präsidenten, weiter.Die Bundesregierung wies die neuen iranischen Vorwürfe "mit aller Schärfe" zurück. Die Behauptung, die 31-Jährige sei im Auftrag der Bundesregierung getötet worden, sei "absurd", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg. "Wer solcherlei Rede führt, disqualifiziert sich selbst." Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor schon die Vereinten Nationen aufgefordert, Sanktionen gegen Deutschland zu verhängen.
"Fanatischer Ausländerfeind"Die schwangere Ägypterin war am 1. Juli während eines Prozesses am Dresdner Landgericht angegriffen und mit mindestens 18 Messerstichen getötet worden. Der Ehemann der Frau wurde schwer verletzt, als er ihr zu Hilfe kam. Die Tat geschah vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes. Gegen den Täter, einen aus Russland stammenden Deutschen, wurde wegen Mordes Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft Dresden bezeichnet ihn als "fanatischen Ausländerfeind". Er hatte die Ägypterin als "Islamistin" und "Terroristin" beschimpft. Sie hatte ihn deswegen angezeigt."Nieder mit Deutschland"Die Ermordung der Ägypterin hat in den vergangenen Tagen in der islamischen Welt zahlreiche Proteste ausgelöst. Am Dienstag hatten sich erneut Hunderte von regimetreuen Frauengruppen vor der deutschen Botschaft in Teheran versammelt und mit Rufen wie "Nieder mit Deutschland" gegen die Bundesregierung protestiert.
Quelle: dpa | Speichern Sie diesen Artikel bei:
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