"Zu teuer!"

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Putin inspiziert Preise in russischem Supermarkt

Erschienen am 25. Juni 2009 | aktualisiert am 26. Juni 2009
Kritischer Blick: Wladimir Putin begutachtet die Preise im Supermarkt (Foto: dpa)
Kritischer Blick: Wladimir Putin begutachtet die Preise im Supermarkt (Foto: dpa) Vergrößern

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat mit den Teilnehmern eines Treffens zum Einzelhandel überraschend einen Moskauer Supermarkt inspiziert. Aus Unmut über die hohen Preise ließ Putin die verdutzte Supermarktleitung strammstehen, einen der Manager herrschte er an: "Ein Preisaufschlag auf Fleischwurst von 52 Prozent, ist das etwa normal?" Der eingeschüchterte Mitarbeiter kündigte an, die Preise zu senken.

Zurück an seinem Amtssitz forderte Putin, Produzenten-, Großhandels- und Verbraucherpreise müssten ausgewogener sein. "Nur dann können wir soziale Gerechtigkeit erreichen."

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Kabinettsdebatte unterbrochen

Um die Preis-Realität in Russland zu demonstrieren, hatte Putin am Mittwoch eigens eine Kabinettsdebatte über ein neues Handelsgesetz unterbrochen. In der nahe gelegenen Filiale der Supermarktkette "Perekrestol" ging er die Regale ab und fragte die Unternehmensführer, warum die Verkaufspreise so häufig sehr weit über den Herstellerpreisen lägen.

"Ist das normal?"

"Warum kosten diese Würste 240 Rubel (5,50 Euro)? Ist das normal?", fragte der Premier an einer Stelle. "Das sind Qualitätswürste", antwortete der Geschäftsführer. "Sehen Sie, diese kosten nur 49 Rubel!" Der Regierungschef blieb allerdings kategorisch: "Zu teuer!"

Lebenshaltungskosten drastisch gestiegen

Das Staatsfernsehen kommentierte den Auftritt Putins mit den Worten, "der Markt für Lebensmittel ist kein Basar, wo jeder Preise fordern kann, die ihm gerade in den Sinn kommen". In Russland sind die Lebenshaltungskosten zuletzt drastisch angestiegen, was aber vor allem an der jährlichen Inflationsrate von mehr als zehn Prozent liegt.

Allgegenwärtiger Staatenmanager

Putin gefällt sich offensichtlich immer besser in der Rolle eines allgegenwärtigen Staatsmanagers. Anfang Juni zwang er bei einem Besuch einer Kleinstadt in der Nähe von St. Petersburg die Betreiber eines Zementwerks, die wegen fehlender Nachfrage gestoppte Produktion wieder aufzunehmen.

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Quelle: dpa, AFP
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