Verurteilung von Laura Ling und Euna Lee

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Familien der Journalistinnen bitten Nordkorea um Gnade

Erschienen am 09. Juni 2009 | aktualisiert am 15. Juni 2009
Demonstration in Südkorea für die Freilassung von Laura Ling und Euna Lee (Foto: dpa)
Demonstration in Südkorea für die Freilassung von Laura Ling und Euna Lee (Foto: dpa) Vergrößern

Die Familien der zwei in Nordkorea verurteilten Journalistinnen haben die Regierung in Pjöngjang um die Freilassung der beiden Frauen gebeten. In einem Schreiben heißt es, Laura Ling habe eine ernste Krankheit, die sich durch eine Haft in einem Arbeitslager noch verschlimmern werde. Euna Lee habe eine vier Jahre alte Tochter, die sich um ihre Mutter zu sorgen beginne.

"Wir entschuldigen uns für sie und sind sicher, dass sie sich ebenfalls entschuldigt haben", zitiert CNN aus dem Brief. Darin bitten die Familien Nordkorea, "Mitleid zu zeigen und Laura und Euna Gnade zu gewähren und ihnen zu erlauben, zu ihren Familien zurückzukehren."

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Zwölf Jahre Arbeitslager

Die zwei Journalistinnen waren am Montag zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Den beiden 32 und 36 Jahre alten Amerikanerinnen werden illegale Einreise und "Feindseligkeit gegen das koreanische Volk" vorgeworfen. Rechtliche Mittel gegen das Urteil sind nicht möglich. Damit verschärfen sich die Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington auch nach den neuen nuklearen Drohgebärden Nordkoreas.

Frauen als Druckmittel?

Beobachter vermuten, dass Nordkorea die Frauen als Druckmittel benutzen will, um Verhandlungen mit den USA zu erzwingen. "Nordkorea ist ein absolut totalitäres System", sagt Analyst Mike Chinoy laut CNN. "Das Schicksal dieser beiden Freuen wird von politischen und diplomatischen Faktoren abhängen."

USA fordern Begnadigung

Die USA warnten Nordkorea vor dem Versuch, die beiden US-Journalistinnen als Faustpfand für politische Zugeständnisse zu missbrauchen. "Wir bringen ihre Haft nicht mit anderen Themen in Verbindung", sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs. "Wir hoffen, dass die Nordkoreaner dies ebenso wenig tun." Der Fall der beiden Journalistinnen sei rein "humanitär". Gibbs bekräftigte die Auffassung der USA, dass die beiden Frauen unschuldig seien und sofort freigelassen werden müssten.

Clinton: Hoffen auf Abschiebung der beiden

US-Chefdiplomatin Hillary Clinton bekräftigte, im Fall der beiden Frauen gehe es um eine "humanitäre Angelegenheit". "Wir hoffen, dass die Nordkoreaner sie begnadigen und sie abschieben", sagte Clinton. Die Außenministerin betonte, auch sie hoffe, dass Pjöngjang den Fall Lee und Ling getrennt vom Streit um die nordkoreanischen Atomtests im Mai behandle. Die USA jedenfalls betrachteten die beiden Themen als "separate Angelegenheiten".

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Quelle: apn, AFP, t-online.de
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