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WHO warnt vor heftiger zweiter Grippewelle

Erschienen am 04. Mai 2009 | aktualisiert am 04. Mai 2009
Eine zweite Schweinegrippe-Welle könne jederzeit "mit aller Macht" zuschlagen, warnt die WHO (Foto: AP)
Eine zweite Schweinegrippe-Welle könne jederzeit "mit aller Macht" zuschlagen, warnt die WHO (Foto: AP) Vergrößern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer zweiten, noch heftigeren Welle der Schweinegrippe gewarnt. Trotz des anscheinenden Rückgangs der Todesrate sei ein zweiter, viel schwererer Ausbruch sehr gut möglich, sagte WHO-Chefin Margaret Chan gegenüber der "Financial Times". Die Regierung in Mexiko gab sich dagegen zuversichtlich, die Epidemie zu bewältigen.

"Wir hoffen zwar, dass das Virus sich totläuft", sagte Chan. Eine zweite Schweinegrippe-Welle könne jedoch jederzeit "mit aller Macht" zuschlagen und dann "der größte aller Ausbrüche, mit denen es die Welt im 21. Jahrhundert zu tun hatte", sein. "Ich sage jetzt nicht, dass eine Pandemie losbricht", betonte die WHO-Chefin jedoch. Sie treffe aber "lieber zuviel als keine Vorsorge".

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Anhebung auf Warnstufe 6 erwogen

Die WHO erwägt offenbar nach wie vor eine Anhebung der Pandemie-Warnstufe von derzeit 5 auf die höchste Alarmstufe 6. Diese bedeute aber nicht zwangsläufig, dass alle Länder betroffen seien und viele Menschen sterben müssten, sagte Chan der spanischen Zeitung "El País". Der Chef des US-Zentrums für Seuchenkontrolle, Richard Besser, erklärte, er sehe zwar "ermutigende Anzeichen" für ein Abschwellen der Seuche. Man dürfe aber noch nicht sagen, dass das Problem jetzt unter Kontrolle sei: "Ich bin noch nicht bereit dazu", betonte der Seuchenexperte.

Acht bestätigte Fälle in Deutschland

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) rief unterdessen zu Wachsamkeit auf. Die Zahl der bestätigten Fälle in Deutschland liege nach wie vor bei acht und den Patienten gehe es gut, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Es müsse aber auch in Deutschland mit weiteren Fällen gerechnet werden. Geprüft wurden noch zehn offene Verdachtsfälle von Schweinegrippe.

Virus könnte gefährlicher werden

Hacker warnte, es müsse damit gerechnet werden, dass sich das Virus A/H1N1 möglicherweise weiter verändere und zum Beispiel stärker krank machen könnte als derzeit. Dies sei noch Spekulation, die Gefahr müsse aber ernstgenommen werden, sagte der RKI-Chef. Wann die Krankheitswelle abebben wird, kann nach Hackers Einschätzung nicht seriös vorhergesagt werden.

Seit Sonntag besteht Meldepflicht

Zur besseren Vorbeugung und Bekämpfung der Infektionskrankheit müssen Ärzte hierzulande seit Sonntag neue Verdachts- und Erkrankungsfälle dem Gesundheitsamt melden. Die baden-württembergische Gesundheitsministerin Monika Stolz (CDU) verteidigte die Meldepflicht für die Schweinegrippe gegen Kritik. "In solchen Situationen, in denen wir besonders wachsam sein müssen", sei die Regelung "keine besondere Zumutung", sagte Stolz im Südwestrundfunk. Bundesärztekammer-Vizepräsident Frank Ulrich Montgomery hatte die Meldepflicht zuvor als "Zwangsverordnung" kritisiert.

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Ansteckung von Mensch-zu-Tier vermeiden

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) warnte vor der Übertragung des neuen Influenza-Virus auf Schweine. Betriebsfremde und Menschen, die sich mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert haben könnten, dürften keinen Zutritt zu Tierbeständen erhalten, erklärte Institutspräsident Thomas Mettenleiter. Am Wochenende hatten die Behörden in Kanada bestätigt, dass dort ein Landwirt seine Schweine mit dem Virus A/H1N1 angesteckt hatte.

Bereits 25 Todesopfer in Mexiko

Bislang wurden in 20 Staaten knapp 1000 Schweinegrippe-Fälle bestätigt, im am schwersten betroffenen Mexiko starben mindestens 25 Menschen an dem Virus. Der mexikanische Präsident Felipe Calderón sagte in einer Rundfunkansprache, sein Land sei in der Lage, die Epidemie zu bewältigen. Außenminister José Angel Córdova erklärte, die Infektionen gingen zurück.

Besorgter Blick in die Zukunft

US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius sagte dem Fernsehsender CBS, derzeit schwäche sich die Schweinegrippe zwar ab. Es sei aber nicht vorhersehbar, was passiere, wenn das neue Virus in ein paar Monaten mit einer saisonüblichen normalen Grippewelle zusammentreffe. In den USA wurden bisher aus mehr als der Hälfte der 50 Bundesstaaten Krankheitsfälle gemeldet, ein Schweinegrippe-Patient starb.

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Quelle: AFP
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