Piratenangriff vor Somalia

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Kreuzfahrtschiff entkommt in letzter Minute

Erschienen am 02. Dezember 2008 | aktualisiert am 02. Dezember 2008
Das Kreuzfahrtschiff konnte vor somalischen Piraten entkommen (Quelle: AFP)
Das Kreuzfahrtschiff konnte vor somalischen Piraten entkommen (Quelle: AFP) Vergrößern
Piraten haben versucht vor der somalischen Küste ein US-Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1000 Menschen an Bord zu entführen. Nach Angaben der Reederei "Oceania Cruises" befand sich die "MS Nautica" zum Zeitpunkt des Angriffs in der Sicherheitszone, die durch internationale Marineverbände geschützt wird. Das Schiff konnte allerdings im letzten Moment entwischen.

Ein diensthabender Offizier habe die herannahenden Piratenboote rechtzeitig erkannt, so dass der Kapitän sofort die Geschwindigkeit erhöhen konnte. Eines der Boote habe sich noch auf etwa 260 Meter genähert und mehrere Schüsse abgefeuert. Passagiere und Besatzung seien jedoch unverletzt geblieben. Die "MS Nautica" befand sich auf einer 32-tägigen Kreuzfahrt von Rom nach Singapur.

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Marine soll eingegriffen haben

Dänische Medien hatten berichtet, die "Nautica" hätte am Sonntag einen Notruf per Funk abgesetzt. Ein französischer Marinehubschrauber sowie ein Kriegschiff seien daraufhin zu Hilfe gekommen und habe die Piraten zum Rückzug gezwungen.

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Unterdessen hat Chef der aufständischen Islamisten in Somalia, Scheich Hassan Dahir Aweys, die Piraten vor der Küste seines Landes zur Freigabe aller gekaperten Schiffe aufgefordert. Die Piraten störten den internationalen Handel und den Frieden. Seine Allianz für die Befreiung Somalias sei die einzige politische Kraft, die die Piraten wirkungsvoll bekämpfen könne. "Aber die Welt hat es uns verweigert, Somalia zu regieren, entgegen dem Willen einer großen Mehrheit in der Bevölkerung", sagte Aweys. Die äthiopische Armee hatte die Islamisten 2006 aus weiten Teilen des Landes vertrieben.

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Über ein Dutzend Schiffe gekapert

Vor der somalischen Küste wurden in diesem Jahr schon rund 100 Schiffe überfallen. Derzeit haben die Piraten mehr als ein Dutzend Schiffe und 250 Seeleute in ihrer Gewalt. Der bisher größte Coup der Seeräuber war der Überfall auf den saudischen Supertanker "Sirius Star" vor der kenianischen Küste. Das Schiff, das Anfang November gekapert wurde, ist mit Rohöl im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar beladen.

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Der von Bürgerkrieg zerrissene Krisenstaat am Horn von Afrika hat seit 1991 keine funktionierende Regierung. Somalia hat zudem keine Küstenwache. Kriegsschiffe der USA, Frankreichs, Indiens und anderer Staaten sind vor der somalischen Küste im Einsatz, um die häufigen Schiffsüberfälle zu verhindern.

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Quelle: t-online.de, AFP, dpa
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