Shetland-Insel Forvik

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Bewohner erklärt Unabhängigkeit

Erschienen am 22. Juni 2008 | aktualisiert am 23. Juni 2008
Stuart Hill will aus seiner Shetland-Insel einen Ein-Mann-Staat machen
Stuart Hill will aus seiner Shetland-Insel einen Ein-Mann-Staat machen
(Quelle: AFP)
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Ein kleines Eiland aus der Gruppe der britischen Shetland-Inseln hat seine Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt. Die Insel Forvik sei nie rechtmäßig Teil des Königreichs gewesen, argumentiert deren einziger Bewohner, Stuart Hill, auf seiner Website "shetlandconversation.com".

Sein neues Land im Westen der Inselgruppe werde weder die britische Regierung noch die Europäische Union anerkennen und solle wie die Kanalinseln eine Kronkolonie werden. Damit wäre die Queen Staatsoberhaupt. Er habe schon einen Brief an Elizabeth II. geschrieben und ihr ihre Dienste als Verwalter angeboten. Er forderte die anderen Shetland-Inseln auf, seinem Beispiel zu folgen und sich selbst zu verwalten.

Eigene Währung, Briefmarken und Flagge

Damit könnte sich das knapp einen Hektar große Forvik von jeglicher Form von Steuern befreien und weitgehend frei über die eigenen Belange entscheiden. Der 65-Jährige Hill plant nach Zeitungsberichten auch seine eigene Währung, Briefmarken und eine Flagge.

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Anträge auf Staatsbürgerschaft möglich

Bürger der Shetland-Inseln können für fünf Forvik Gulden (etwa 300 Britische Pfund) Land erwerben. Sie sind berechtigt zu wählen und über die Einkünfte der Insel zu entscheiden. Aber auch Menschen aus aller Welt könnten Bürger von Forvik werden, fordert Hill auf seiner Website auf und liefert den Link zum Aufnahmeantrag gleich mit. Nach seinen Angaben habe er bereits unzählige eMails erhalten.

Jahrelange Ausbeutung durch Großbritannien

"Die Beziehung der Shetland-Inseln zum Vereinigten Königreich beruht auf der Annahme, dass sie Teil von Schottland sind", sagte er laut der Zeitung "Shetland News" in seiner offiziellen Residenz - einem Zweimann-Zelt. Diese Annahme beruhe aber auf Täuschung und Betrug und könne nicht mehr eindeutig belegt werden. Dennoch habe Großbritannien jahrhundertelang die reichen Fisch- und Öl-Ressourcen um die Shetland-Inseln herum ausgebeutet.

"Jeder Rentner sollte das mal machen"

Hill, der auch unter dem Namen "Unglücks-Kapitän" bekannt ist, hatte bereits lokale Berühmtheit erlangt, nachdem er vor sieben Jahren während einer Umsegelung der Shetland-Inseln gerettet werden musste. Der Zeitung "The Guardian" sagte er "Das alles ist ein großer Spaß. Jeder Rentner sollte das mal machen."

Historiker sind skeptisch

Historiker bezweifeln Hills Theorie. Brian Smith, ein Historiker auf den Shettland-Inseln sagte dem "Guardian", dass es von 1469 bis heute so viele Verfassungsänderungen gab, dass die Einwohner Teil des Vereinigten Königreichs seien und dies auch sein wollten. Skandinavien habe keinen rechtlichen Anspruch auf die Inseln und wollte diesen auch gar nicht. Das Archipel liegt rund 210 Kilometer nordöstlich von Schottland und besteht aus über 100 einzelnen Inseln.

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Quelle: t-online.de, AFP
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