Schock-Film von Menschenrechtsorganisation

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Amnesty zeigt Kinospot gegen Wasserfolter der CIA

Erschienen am 23. April 2008
Szene aus dem Amnesty-Video gegen Waterboarding (Quelle: Amnesty International)
Szene aus dem Amnesty-Video gegen Waterboarding (Quelle: Amnesty International) Vergrößern
Die Bilder sind grausam wie die Realität - und bald sollen sie in die britischen Kinos kommen. Ein Film der Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangert in einem Spot die Methoden des sogenannten Waterboarding an - eine Foltermethode, wie sie die CIA bei Terrorverdächtigen anwendet.

Video Der Kinospot von Amnesty

Ästhetisches Plätschern - von wegen

Der Film beginnt ganz harmlos. Etwa eine Minute lang zeigt der Film Wasserfontänen vor dunklem Hintergrund, die ästhetisch hin- und herplätschern. Man könnte es auch für einen Werbefilm für Mineralwasser halten. Doch dann wechselt die Perspektive und der Zuschauer sieht, wohin das Wasser fließt.

Verzweifelter Todeskampf

Der Kopf eines Mannes ist auf einer Liege fixiert. Eine Hand mit Latexhandschuh hält das Kinn umklammert, während sich das Wasser auf das Gesicht und in die Nase des Gefesselten ergießt. Er wehrt sich, schnaubt, versucht verzweifelt zu atmen. Er liegt in einer Zelle, umstellt von mehreren Männern, die ihn festhalten und Wasser auf ihn gießen. Dann zoomt die Kamera auf seine zitternde Hand, die einen Todeskampf symbolisiert. Diese Form der Folter nennt man Waterboarding.

US-Regierung: Waterboarding keine Folter

Noch vor wenigen Wochen hat US-Präsident George W. Bush gegen einen Beschluss des Senats, Waterboarding abzuschaffen, sein Veto eingelegt. Die US-Regierung lehnt es ab, das Waterboarding Folter zu nennen. Dabei ist es eine Praktik, die schon zu Zeiten der Inquisition in Spanien angewendet wurde.

"Anstand aus dem Fenster geworfen"

Der amerikanische Folterexperte Malcolm Nance forderte in der britischen Zeitung "The Independent", die Praxis sofort zu beenden. "Ich bin tief beschämt, dass Bush die Anwendung von Waterboarding erlaubt und so das Ansehen der USA in den Schmutz zieht," sagte Nance. Die Befürworter dieser Methode "glauben offenbar, dass es das Wert ist, 220 Jahre amerikanischen Anstand in Kriegssituationen aus dem Fenster zu werfen." Nance selbst trainierte einst CIA-Agenten darin, Waterboarding auszuhalten.

Barbarisch und nutzlos

Nance beschreibt in dem Bericht die Foltermethode eindringlich: "Das Wasser wird sehr sorgfältig über der Nase ausgeschüttet - man hält einen konstanten Fluss aufrecht. Der Gefolterte ertrinkt und schafft es nicht, den Atem anzuhalten. Er fühlt das Wasser in den Körper eindringen und langsam die Lungen füllen." Für Nance, der heute als unabhängiger Berater arbeitet, ist die Technik dabei nicht nur barbarisch, sondern auch ausgesprochen nutzlos: "Ein Gefangener würde alles sagen, um zu überleben - egal, ob es wahr ist."

Druck auf US-Regierung

Ab Mittwoch werden zahlreiche britische Kinobesucher den Film von Amnesty International zu sehen bekommen, sagte Amnesty-Sprecherin Kate Allen dem "Independent". Die Menschenrechtsorganisation will erreichen, dass die USA das Waterboarding aufgeben. Mit der Veröffentlichung des Kinospots erhöhen die Menschenrechtler den Druck.

"Wirklichkeit ist viel schlimmer"

"Unser Film zeigt genau das, was die CIA gerne geheim halten möchte - den grausamen Anblick eines fast ertränkten Menschen", sagte allen Einige Sekunden lang hätten die Filmmacher tatsächlich Waterboarding praktiziert. "Selbst für diese wenigen Sekunden ist der Anblick entsetzlich. In der Wirklichkeit aber - in einem geheimen Gefängnis, wo niemand ist, der eingreift - ist es noch viel, viel schlimmer."

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Quelle: t-online.de
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