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Bayerischer Polizist erschießt bewaffneten GI

Erschienen am 14. März 2008
Blutige Überreste am Tatort in Unterfranken nach der Spurensicherung durch die Ermittler
Blutige Überreste am Tatort in Unterfranken nach der Spurensicherung durch die Ermittler
(Quelle: ddp)
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Nach einer nächtlichen Verfolgungsjagd ist in Unterfranken ein amerikanischer Soldat von einem bayerischen Polizisten erschossen worden. Der 30-jährige GI starb in der Nacht zum Freitag in einem Schweinfurter Krankenhaus, teilte die Polizei mit.

Foto-Serie Polizist erschießt GI

GI hatte Sturmgewehr

Auslöser für das Drama mit tödlichem Ende: Der US-Soldat hatte seine ehemalige Lebensgefährtin attackiert, die daraufhin die Polizei verständigte. Ein Sondereinsatzkommando ortete den Mann, der sich inzwischen versteckt hatte, mit Hilfe einer Wärmebildkamera von einem Hubschrauber aus. Als Beamte den GI stellten und festnehmen wollten, habe er ein Sturmgewehr auf sie gerichtet, erklärte die Polizei am Freitag. Die Ermittlungen würden in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft in Bamberg und den Behörden der US-Armee geführt.

Ex-Freundin überfallen

Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen drang der Soldat am Donnerstagabend gegen 20.45 Uhr gewaltsam in die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin ein, die am Ortsrand von Altershausen, rund 30 Kilometer von Bamberg entfernt, liegt. Er sei mit einem halbautomatischen Sturmgewehr M4 bewaffnet gewesen, das er den Ermittlungen zufolge abends nicht wie vorgesehen in der Waffenkammer seiner Truppe abgegeben hatte. Der Soldat fesselte die Frau, die sich jedoch befreien und um Hilfe rufen konnte.

Entsicherte Waffe

Die Polizei sperrte den Bereich um das Haus weiträumig ab. Einige Zeit später trafen Beamte eines Spezialeinsatzkommandos und ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera ein. Daneben waren zwei Notärzte und zehn Rettungswagen im Einsatz. Gegen 23 Uhr entdeckte die Hubschrauberbesatzung einige 100 Meter vom Haus der Frau den gesuchten GI. Er sei bewaffnet gewesen, so dass die Beamten davon hätten ausgehen müssen, dass er auf sie schießen würde. Sein Gewehr sei entsichert und mit einem halbvollen Magazin geladen gewesen.

Not-OP erfolglos

Als die Polizisten daraufhin schossen, erlitt der Soldat lebensgefährliche Verletzungen, denen er trotz einer Notoperation in einem Schweinfurter Krankenhaus wenige Stunden später erlag. Nach Angaben der Polizei soll die Leiche am Montag obduziert werden. Einige 100 Meter von dem Ort des Schusswechsels entfernt wurde mittlerweile das Auto des Mannes entdeckt.

Kein Verfahren gegen Polizisten

Die US-Armee erklärte, sie unterstütze die Ermittlungen nach Kräften. Der Soldat sei in Schweinfurt stationiert gewesen und habe der 2. Brigade der 1. Infanteriedivision angehört, sagte Militärsprecher Bruce Anderson. Die Streitkräfte nähmen den Vorfall sehr ernst und würden mit den deutschen Behörden zusammen arbeiten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bamberg gibt es derzeit keine Hinweise für ein rechtswidriges Handeln der Polizei. Deswegen werde es kein Ermittlungsverfahren gegen den Polizisten eingeleitet, der geschossen hatte.

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Quelle: AFP
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