Prozess gegen Kofferbomber

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Experte: Sprengsatz war scharf und gefährlich

Erschienen am 19. Februar 2008
Teile der baugleichen in Koblenz sichergestellten Kofferbombe
Teile der baugleichen in Koblenz sichergestellten Kofferbombe
(Quelle: dpa)
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Die Kofferbomben in zwei nordrhein-westfälischen Zügen waren nach Aussage eines Sprengstoff-Experten sehr professionell konstruiert und außerordentlich gefährlich. Der Sprengsatz aus dem Regionalexpress nach Hamm, den er selbst unschädlich gemacht habe, zähle zu den ausgefeiltesten, die er in mehr als 25 Jahren als Entschärfer gesehen habe. Das sagte der Bundespolizist am Dienstag als Zeuge im Kofferbomber-Prozess am Düsseldorfer Oberlandesgericht.

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"Das war kein Spielzeug"

Der Mechanismus hätte einen großen Feuerball auslösen können. "Auch im Nachgang komme ich zum Ergebnis, dass dieser Sprengsatz kein Spielzeug war", so der 45-jährige Experte. Die Bombe sei sehr geschickt konstruiert worden. "Diese handwerklichen Fähigkeiten schüttelt man nicht aus dem Ärmel. Das muss man vorher geübt haben. Die Professionalität erkennt man an den kleinsten Details."

Hintergründe zum internationalen Terrorismus (Montage: T-Online)
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Fehler verhinderte Explosion

Der in Düsseldorf angeklagte Libanese Youssef El H. soll mit einem Mittäter zwei nahezu baugleiche Bomben in Koffern versteckt und in zwei Zügen deponiert haben. Wegen eines technischen Fehlers waren die Sprengkörper damals nicht explodiert. Der Libanese will die zwei Bomben in den Zügen von Aachen nach Hamm und von Mönchengladbach nach Koblenz bewusst sabotiert haben. Der Komplize wurde im Libanon bereits rechtskräftig zu zwölf Jahren Haft verurteilt, El H. erhielt dort in Abwesenheit eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Drei große Plastikflaschen mit Benzin

Der Bundespolizist entwarf ein düsteres Bild von dem Inferno, das am letzten Julitag des Jahres 2006 hätte ausgelöst werden können: An der Propangasflasche mit Zündvorrichtung hatten die Bombenbauer drei große Plastik-Limonadenflaschen mit einem Benzingemisch angebracht. "Durch den Kraftstoff wird die Wirkung um ein Vielfaches verstärkt." Als er eine Tüte mit hellem Pulver gesehen habe, sei er zunächst sogar von einem biologischen Kampfstoff ausgegangen, bis es als Speisestärke identifiziert wurde: "Durch diesen feinen Staub hätte sich eine vielfache Verstärkung des Feuerballs ergeben."

Koffer im Fundbüro aufgebrochen

Ein Mitarbeiter der Bahn hatte das Gepäckstück im Dortmunder Hauptbahnhof zum Fundbüro geschleppt. Dort brach ein Kollege den Koffer auf und alarmierte dann die Bundespolizei. Ein Polizist ließ nach einem kurzem Blick auf die Apparatur die Umgebung des Fundbüros räumen und rief das Expertenteam.

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