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Bundeswehr in Afghanistan: Wehrbeauftragter fordert Panzer mit Roboterarm

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Wehrbeauftragter fordert Panzer mit Roboterarm

03.06.2011, 08:30 Uhr

Die "Marder" der Bundeswehr in Afghanistan waren in den letzten Tagen vermehrt das Ziel von Anschlägen (Foto: Reuters)

Die "Marder" der Bundeswehr in Afghanistan waren in den letzten Tagen vermehrt das Ziel von Anschlägen (Foto: Reuters)

Nach dem jüngsten tödlichen Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan macht der Wehrbeauftragte Ausrüstungsmängel mit dafür verantwortlich, dass deutsche Soldaten Sprengfallen nicht rechtzeitig orten und entschärfen können. Von diesen "geht die größte Gefahr für unsere Soldatinnen und Soldaten aus", sagte der Beauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), der Mainzer "Allgemeinen Zeitung". Die US-Streitkräfte verfügten über besonders geschützte Fahrzeuge, aus denen heraus Sprengfallen per Roboterarm beseitigt werden könnten.

Die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollten 2012 zwar vergleichbares Gerät erhalten. "Jeder Tag Wartezeit ohne solche Spezialfahrzeuge ist aber ein Tag zu viel." In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" räumte Königshaus zugleich ein, dass die Ausrüstung in den vergangenen Monaten "rapide verbessert" worden sei.

Bundeswehr von US-Truppen abhängig

Königshaus kritisierte zudem, dass die Bundeswehr auch "im zehnten Jahr des Afghanistan-Einsatzes immer noch von Luftunterstützung der US-Truppen abhängig" sei. Nach seinem Eindruck schwinde bei den USA jedoch die Bereitschaft auszuhelfen. "Wir brauchen deshalb dringend eigene Kampfhubschrauber und leichte Transporthubschrauber in Afghanistan", forderte der Wehrbeauftragte angesichts der zugespitzten Sicherheitslage. Er beklagte auch Mängel in der Ausbildung für den Einsatz.

Königshaus mahnte auch zur Besonnenheit: "Wir erleben im Moment in Afghanistan eine sehr, sehr bittere Zeit. Aber wir sollten jetzt trotz allem Ruhe und Nerven bewahren."

Roth fordert Debatte

Bei dem Anschlag war innerhalb von neun Tagen der vierte tote Bundeswehr-Soldat zu beklagen. Grünen-Chefin Claudia Roth verlangte "eine politische Debatte über die seit Monaten andauernde Offensivstrategie der ISAF in Afghanistan, die bislang auch von der Bundesregierung unterstützt wird". Sie führe offenkundig nicht zu einer zunehmenden Stabilisierung Afghanistans. Die Linken forderten erneut, "die Bundeswehr unverzüglich aus Afghanistan abzuziehen". Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will aber an der bisherigen Strategie festhalten.

Außenminister Guido Westerwelle warnte davor, sich wegen der neuen Anschläge von der bisherigen Afghanistan-Strategie abzuwenden. "Wir müssen weiter alles tun, damit die Afghanen möglichst bald selbst die Verantwortung in ihrem Land übernehmen können", sagte Westerwelle während eines Besuchs in Neuseeland. "Der Weg der inneren Aussöhnung ist äußerst schwierig, aber ohne vernünftige Alternative."

Bei dem jüngsten Fall in der Provinz Baghlan war am Donnerstag ein Schützenpanzer "Marder" in einer Sprengfalle getroffen worden. Ein 23-jähriger Oberstabsgefreiter starb, fünf weitere Soldaten wurden verletzt, einer davon befindet sich in kritischem Zustand.

Zentrale Trauerfeier in Hannover

Unter diesem Eindruck nimmt die Bundeswehr am Freitagmittag Abschied von drei weiteren Soldaten, die bei zwei Zwischenfällen in der vergangenen Woche getötet wurden. Zur zentralen Trauerfeier in Hannover wird auch Minister de Maizière erwartet.

Am vorigen Samstag waren bei einem Anschlag auf ein deutsch-afghanisches Sicherheitstreffen in der Provinz Tachar ein 31 Jahre alter Hauptfeldwebel und ein 43-jähriger Major gestorben. Unter den Verletzten ist auch der ISAF-Regionalkommandeur, General Markus Kneip. Erst drei Tage zuvor hatte eine Sprengstoffattacke in der Nähe von Kundus einen 33 Jahre alten Hauptmann getötet.

Mit dem neuen Anschlag vom Donnerstag sind bereits 34 Bundeswehr-Soldaten bei Gefechten oder Anschlägen in Afghanistan gefallen, insgesamt kamen dort 52 ums Leben.


Quelle: dpa

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Kommentare (71)

zum Forum

Thema: "Bundeswehr in Afghanistan: Wehrbeauftragter fordert Panzer mit Roboterarm"

Zivilist schrieb: am 3. Juni 2011 um 21:03:23
(0) (0) Bundeswehr in Afghanistan
Mein Mitgefühl den Familien!! Afgahnistan ist 10 Nummern zu groß. Wir sind keine "Krieger" mehr!
Umerziehung seit 1945. Und das ist gut so. Bundeswehr erledigt sich bald von selbst: nur noch wenige Freiwillige und der demografische Wandel schlägt zu. Und den wenigen Nachwuchs sollen wir auch noch "verheizen"? Deutschland schafft sich wirklich ab...Vielleicht "retten" uns ja die mit dem Migrantenhintergrund! Pläne dafür liegen bestimmt schon in der Schublade -Von der Bunde
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Anton schrieb: am 3. Juni 2011 um 20:09:57
(0) (0) Soldat sieht Roth
Unsere Claudia aus der Berliner Subkultur, kennt sich im Großstadt Dschungel bestens aus. Jetzt gibt Sie auch noch
Ratschläge für die Soldaten die den Kopf für solche Leute hinhalten. Da sehen wohl nicht nur Soldaten "Roth". Sie sollte mal Ihren Arsch dorthin bewegen, die Taliban mögen "Blonde" Experten. Mal sehen was von Ihrer großen Klappe dann übrigbleibt.
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maigansl schrieb: am 3. Juni 2011 um 19:53:30
(0) (0) afganistan
was haben unsere soldaten dort zu suchen??? unser sohn -darf- im januar auch hin!!!!! das ist richtig, er ist soldat, hat gewußt
wies läuft!!!!! er war auch 1999 im kosovo , ist gott sei dank gut heimgekommen! aber ich hab ihn nicht auf die welt gebracht, das er da unten sein leben läßt
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