26.09.2011, 14:59 Uhr
Die Bundeswehr will bei der afghanischen Bevölkerung Vertrauen gewinnen: Wenn es sein muss auch mit Seifenblasen (Quelle: dpa)
Es grenzt an ein kleines Wunder, was die Bundeswehr derzeit in Kundus im Norden von Afghanistan erlebt. In der 15.000-Einwohner-Stadt Nawabad, die als Rückzugsort der Taliban in der Region gilt, findet erstmals ein Treffen der Dorfältesten mit den deutschen Soldaten und der afghanischen Polizei statt. Diese Schura - das traditionelle afghanische Palaver - ist der bisherige Höhepunkt der Ende August gestarteten Operation "Omed" (Hoffnung). Mit ihr will die Bundeswehr verlorenes Terrain und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
"Wofür ist ISAF da? Nur um zu bekämpfen oder uns zu helfen?", fragt auf der Schura der Mediziner Daud Assad. Oft genug haben die Afghanen von den Taliban im Unruhedistrikt Chahar Darreh gesagt bekommen, dass sie nicht auf die Felder gehen sollten, weil ISAF-Soldaten sie sonst erschießen würden.
Und die von den Aufständischen gelegten Sprengfallen dienten nur dazu, die Straßen in der Region Kundus vor den schweren Fahrzeugen der ISAF-Truppen zu schützen und den Bauern damit ihr tägliches Leben zu sichern. Es ist eine Propaganda, die wirkt.
Viele Zivilsten halten sich aus Angst von den Bundeswehr-Soldaten fern. Drei Tage dauert die jüngste Phase der Operation "Omed" - drei Tage liegt die Stadt fast wie ausgestorben da. Die Geschäfte bleiben genauso geschlossen wie die Schulen. Und selbst die ansonsten allgegenwärtigen Kinderscharen verharren in den Gehöften. "Wir müssen die Angst durch Aufklärung und durch unser Auftreten überwinden", erläutert ein Offizier.
Fußpatrouillen am Morgen, Gespräche am Nachmittag, Gefechtsaufklärung in der Nacht - der Tagesablauf der Soldaten des Bravo-Zuges ist gefüllt. "Die Bevölkerung steht uns nicht direkt ablehnend gegenüber, sie ist nur massiv eingeschüchtert", sagt der Bravo-Zugführer zu den Erlebnissen der vergangenen Tage.
Er weiß aber auch, nur einmal kurz durch die Orte zu fahren und Feuergefechte zu führen, das ändert die Lage nicht wirklich. "Es geht darum, immer wieder Präsenz zu zeigen und die Aufständischen zu stören. Ihnen zu zeigen, dass sie selbst hier nicht mehr sicher sind."
Was passiert aber, wenn die internationalen Truppen wieder aus den Orten raus sind? Um den Taliban keine Möglichkeit mehr zu geben ungestört zurückzukommen, arbeitet die Bundeswehr im Raum Kundus mit sogenannten CIP-Guards zusammen. Das sind Angehörige bewaffneter Dorfmilizen, von denen gesagt wird, dass "nicht wenige auf der anderen Seite gestanden" hätten. Heute sichern diese Kämpfer - bezahlt von der afghanischen Regierung - im Rahmen des "Critical Infrastructure Programme" (CIP) wichtige Punkte in der bisherigen Unruheprovinz Kundus. Oft sind es genau diese Bürgerwehren mit ihren gelben Armbinden, die als Überläufer und vermeintlich leichte Ziele zuerst angegriffen werden.
"Wir wissen um das Problem der Herkunft der CIP-Guards", heißt es bei der ISAF. Zudem hätte so manch ein ehemaliger Aufständischer, der monatelang kein Geld gesehen hat, damit gedroht, wieder die Fronten zu wechseln. Seit August endlich erhalten sie den versprochen Lohn. Und die Bereitschaft, mit der ISAF zu kooperieren, wächst. So mancher Hinweis auf versteckte Sprengladungen oder mögliche Hinterhalte haben die deutschen Soldaten schon von den CIP-Guards erhalten. Deshalb heißt es bei der Bundeswehr: "Wir bewegen uns in der Grauzone langsam in die richtige Richtung."
Die Dorfältesten von Nawabad sind von diesen Bewaffneten allerdings nicht begeistert, weil sie oft "nur" die strategisch wichtigen Punkte schützten. "Wir wollen die CIP-Guards nicht. Sie stützen sich allein auf ihre Waffen, sie haben keine Autorität in der Gemeinde", klagen sie auf der Schura. Und dann geschieht etwas, womit bei diesem ersten Treffen keiner gerechnet hat: Das Angebot der versammelten Dorfältesten und des örtlichen Mullahs, mit der afghanischen Polizei ANP "in allen Dingen" zusammenzuarbeiten. "Vor einiger Zeit", so sagen Afghanen aus Kundus, "hätten sie die Polizisten hier noch herausgeprügelt."
Quelle: dapd
Derderschreibt schrieb:
am 26. September 2011 um 18:23:22
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Die BW in Afghanistan
Wenn ich irgendwo lese, wir sollten unsere Jungs nach Hause holen, dann kann ich dem nicht vollständig zustimmen. Wir
müssen erstmal den Afghanen beweisen, dass das was ihnen die Taliban propagieren falsch ist und somit die Macht der Taliban einschränken. Würden wir unsere Truppen abziehen, würde die Taliban wieder neue Mitglieder gewinnen und somit auch Geld und Mitstreiter. Und das hätte eine erhöhte Terrorgefahr zur Folge. Ein Rückzug hätte also weitaus negativere Folgen!
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Marko schrieb:
am 26. September 2011 um 17:54:30
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Afghnistan
Ja na klar und alle werden es glauben. Vor kurzem stand hier das die Bundeswehr mieserabel ausgerüstet ist. Haben die Jungs jetzt
endlich alle Baseballschläger bekommen? Es hat den Anschein das die Jungs da nur das bewachen und schützen sollen was hier hinter jedem Bahnhof zu kaufen ist. Ich glaube dieser Politik kein Wort mehr zumal die Jungs garnicht da sein müssten. Werte Politiker, schickt eure Kinder dahin aber die hauen hier lieber auf dem Putz.
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Vetreran schrieb:
am 26. September 2011 um 17:21:03
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Die Afghanen wollen nur unser Geld.
In Wirklichkeit sind wir für sie Besatzer und sie hassen uns. Wenn die ISAF raus ist aus Afgh. werden
die Taliban die Macht wieder übernehmen und dann mit einer gut ausgerüsteten, ausgebildeten Armee die Grenzgebiete von Paktistan erobern. Wie blöde müssen unsere Politiker eigentlich sein, zu glauben, die Afghanen seien zu besiegen oder zu bekehren ? Die wollen nicht nach westlichem Strickmuster leben. Denn sie haben längst erkannt, wie verfault der Westen innerlich ist.
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