27.02.2012, 11:20 Uhr
Mit der als Nazi-Jägerin bekannt gewordenen Beate Klarsfeld schickt die Linke eine eigene Kandidatin ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten.
Die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld wird bei der Bundespräsidentenwahl für die Linke gegen Joachim Gauck antreten. Der geschäftsführende Parteivorstand nominierte die 73-Jährige am Montag einstimmig. Zuvor hatten der Kölner Politik-Professor Christoph Butterwegge und die Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen abgesagt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Linke von der Suche nach einem Konsens-Kandidaten ausgeschlossen. Daraufhin hatte sich die Partei in der vergangenen Woche entschieden, einen eigenen Kandidaten zu nominieren. Eine Spitzenrunde konnte sich am vergangenen Donnerstag aber noch nicht zwischen Klarsfeld, Jochimsen und Butterwegge entscheiden.
Die 73-Jährige Klarsfeld war von Parteichefin Gesine Lötzsch ins Gespräch gebracht worden. Berühmt wurde die in Paris lebende Deutsch-Französin durch eine Ohrfeige. 1968 schlug sie Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger auf einem CDU-Parteitag wegen seiner NSDAP-Vergangenheit ins Gesicht und beschimpfte ihn als Nazi. Später bemühte sie sich zusammen mit ihrem Mann Serge Klarsfeld um die Auslieferung von Nazi-Verbrechern wie den ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie.
Der Kölner Professor Butterwegge hatte kurz vor der entscheidenden Sitzung am Montag mit der Begründung abgesagt, er wolle nicht gegen zwei so honorige Persönlichkeiten in eine Kampfabstimmung gehen. Die frühere Fernsehjournalistin Jochimsen war bereits 2010 Kandidatin der Linken bei der Bundespräsidentenwahl. Die 75-Jährige war bei der jetzigen Kandidatensuche überraschend erneut in die Endauswahl gekommen - lehnte eine mögliche Kandidatur aber ebenfalls ab. Sie hatte sich zuvor für einen Boykott der Bundesversammlung ausgesprochen, weil die Linke aus der Suche nach einem Konsenskandidaten ausgeschlossen wurde.
Für einen Boykott plädierte auch der thüringische Linksfraktionschef Bodo Ramelow in der Online-Ausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung". "Wenn ich zu entscheiden hätte, dann würde ich sagen, wir nehmen an der Abstimmung nicht teil und versammeln uns stattdessen vor dem Reichstag." Damit würde die Linke zeigen, "dass wir die 19 Prozent der Bevölkerung, die sich laut Umfragen durch die Nominierung Joachim Gaucks missachtet fühlen, ernst nehmen". Denn Gauck sei ein "Pastor des kalten Herzens", was sich unter anderem in seinen sozialpolitischen Auffassungen zeige.
Quelle: dpa
Ing. schrieb:
am 27. Februar 2012 um 21:37:13
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@"henning"
Hallo Henning, den Blog ist leider die beste Bestätigung für die sinnlosen Ost-West-Legenden, die das Zusammenwachsen
seit dem Mauerfall von beiden Seiten her erschweren und vergiften. Erst wenn deine Enkel mit den Augen rollen und die Finger in die Ohren stecken, wenn du wieder mal mit dem alten überholten Quatsch ankommst, dann ist zusammengewachsen, was zusammen gehört.
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Demokrat schrieb:
am 27. Februar 2012 um 21:25:10
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Klarsfeld
Jetzt hat die Klarsfeld Zeit die Politiker mit SED-Vergangenheit zu ohrfeigen....
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Wähler schrieb:
am 27. Februar 2012 um 21:24:05
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Kandidaten
Na, wie wäre es mir der Verbrecherin Margot Honecker liebe Linke...da bleibt alles in der Familie
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