Ja, das gibt es: Wohlhabende Bürger wollen einen Teil ihres Vermögens abgeben (Foto: Archiv)
Mitglieder einer Initiative von Wohlhabenden haben für die Einführung einer Vermögensabgabe demonstriert. Damit sollen Löcher im Haushalt gestopft werden. Sie kippten echten Banknoten nachempfundene 100-Milliarden-Geldscheine vor die nordrhein-westfälische Landesvertretung in Berlin. Dort finden derzeit die Koalitionsverhandlungen von Union und FDP statt.
Die Sonderabgabe könnte nach Berechnungen der Initiative rund 100 Milliarden Euro einbringen.
Ausweg aus der Haushaltsmisere
"Die Vermögensabgabe ist ein tragfähiger und sozial verträglicher Ausweg aus der eklatanten Haushaltsmisere", betonte Initiativen-Mitglied Peter Vollmer. "Höhere Steuern für die Wohlhabenden sind nötig, um die Lasten der Krise gerechter zu verteilen." Diese Bevölkerungsgruppe habe besonders vom Boom der Finanzmärkte und den Steuererleichterungen der vergangenen Jahre profitiert.
Wiedereinführung der Vermögenssteuer
Die Initiative, die nach eigenen Angaben von 43 Wohlhabenden unterstützt wird, trat im Mai erstmals an die Öffentlichkeit. Ihr Vorschlag sieht vor, dass Bürger mit mehr als 500.000 Euro Vermögen in diesem und im nächsten Jahr eine zweckgebundene Vermögensabgabe in Höhe von fünf Prozent entrichten sollten. Danach soll die bis 1997 erhobene Vermögensteuer wieder eingeführt werden.