20.07.2010, 12:38 Uhr | Von Jutta Steinhoff, dpa
Dominik Brunner: Immer wieder werden Stimmen laut, die seine Opferrolle in Frage stellen (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Nach drei Prozesstagen im Fall Brunner und einer überraschenden Nachricht vom Wochenende stellt sich die Tat für viele anders das, als bisher angenommen. Dominik Brunner hat zuerst zugeschlagen, bestätigen mehrere Zeugen vor Gericht. Er starb zudem aus medizinischer Sicht gar nicht direkt an den Schlägen und Tritten, die die Angeklagten Sebastian L. und Markus S. ihm versetzten, sondern an Herzstillstand. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte dies - und hält dennoch an der Mordanklage gegen die beiden Heranwachsenden fest.
Brunner war im September bei einer Schlägerei mit den Jugendlichen auf dem S-Bahnsteig München-Solln gestorben, nachdem er sich schützend vor vier Kinder gestellt hatte. Am Samstag berichteten zunächst der "Spiegel" sowie der "Münchner Merkur" mit Verweis auf die Staatsanwaltschaft München, dass der Manager nicht an den Verletzungen, sondern an Herzversagen starb. "Herr Brunner ist infolge der Schläge und Tritte daran gestorben, dass das Herz stehengeblieben ist", erklärte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger, Sprecherin der Anklagebehörde, dazu.
Und es wäre nicht stehen geblieben, hätte es diese massive Gewalt nicht gegeben, ist sie überzeugt. Damit sei die Kausalität klar gegeben. Brunner würde nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ohne die massiven Schläge und Tritte noch leben, aus ihrer Sicht war es Mord. Die Verteidigung der Angeklagten sieht das nach drei Prozesstagen längst nicht mehr so und bewertet die Mordanklage als kaum haltbar. "Das dreht jetzt", sagte der Anwalt von Sebastian L., Jochen Ringler, mit Blick auf mehrere Zeugenaussagen bereits am Donnerstag.
Das Ergebnis der Obduktion Brunners und das Gutachten eines Sachverständigen zur Todesursache sind bislang nicht veröffentlicht worden. Der Staatsanwaltschaft war beides indes schon länger bekannt, bestätigte Stockinger. Sie wusste auch, dass Brunner demnach einen vergrößerten Herzmuskel hatte. Ob dies aber als Herzfehler zu bewerten sei, könne sie nicht beurteilen. Doch auch wenn es medizinisch keine eindeutig zuzuordnende Todesursache abseits des Herzversagens gibt, ist für die Ankläger die massive Gewalt gegen Brunner Ursache des Todes durch Herzversagen.
Warum all dies bisher unter Verschluss blieb, wenn es doch für die Anklage gar nicht am Mordvorwurf rüttelt, ist unklar. Laut "Spiegel" erlitt der Manager trotz der massiven Tritte und Schläge weder einen Schädelbruch noch andere Knochenbrüche, die zum Tode hätten führen können. Auch bei den Zeugenaussagen deutete schon vieles daraufhin, dass das Herz versagt haben könnte. So sei Brunner zunächst noch einmal aufgestanden, dann plötzlich wieder zusammengesackt und blau angelaufen, schilderten Zeugen.
Mit Blick auf den Beginn der Schlägerei sehen zudem manche Prozessbeobachter das Bild des Helden leicht getrübt, auch wenn er aus Zivilcourage handelte. "Die zwei sind uns gefolgt. Herr Brunner hat seine Jacke ausgezogen und hat gesagt, wir sollen uns raushalten - da sind die beiden auf ihn zugekommen", schildert eine der von Brunner verteidigten Schülerinnen die Momente vor der tödlichen Eskalation. Ein anderer sagt, Brunner sei den beiden entgegengegangen mit den Worten: "Ihr wollt's nicht anders", dann habe er Markus S. ins Gesicht geschlagen, um einen drohenden Angriff abzuwehren. Alle Schüler aber waren sicher, dass die Jugendlichen angreifen wollten.
Das Gutachten des Sachverständigen über die Todesursache Brunners und die Bewertung aller Umstände wird erst nach der Beweisaufnahme zu hören sein. "Frühestens am 28. Juli", sagte Barbara Stockinger.
Quelle: dpa
Marie schrieb:
am 17. Juli 2010 um 16:04:58
(0)
(0)
Dominik Brunner
Wie ich gelesen habe,wir sind uns einig:die Täter müssen sehr hart bestrafft werden.Also,der Richter soll ENDLICH im Namen
des Volkes den Urteil geben
mehr
Kommentar melden
Jens schrieb:
am 17. Juli 2010 um 16:03:06
(0)
(0)
Brunner Herzversagen
das gefundene Fressen für die Verteidigung ( Herzversagen ) und wieder werden solche Rüpel mit geringen Strafen davon kommen
Kommentar melden
ade schrieb:
am 17. Juli 2010 um 16:02:20
(0)
(0)
brunner
es ist doch egal woran er gestorben ohne die "23" schwere und schwerste verletzungen wäre er nicht an herzversagen gestorben. bin
gespannt wie lange es dauert bis die totschläger wegen erwiesener unschuld freigesprochen werden und der brunner verurteilt wird weil er kindern helfen wollte.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de