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Brunner-Prozess: Opfer soll nichts von Herzfehler gewusst haben

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Dominik Brunner soll nichts von Herzfehler gewusst haben

20.07.2010, 18:05 Uhr

Offenbar wusste Prügelopfer Dominik Brunner nichts von seinem Herzfehler (Foto: dpa)

Offenbar wusste Prügelopfer Dominik Brunner nichts von seinem Herzfehler (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Im Prozess um die tödliche Prügelattacke auf den Geschäftsmann Dominik Brunner rückt dessen Herzerkrankung in den Mittelpunkt. Am Samstag war bekannt geworden, dass der 50-Jährige nicht direkt an den zugefügten Verletzungen, sondern an Herzversagen starb. Jedoch habe der Verstorbene nichts von dem Herzfehler gewusst, bekräftigte die Münchner Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Brunner litt demnach an einem vergrößertem Herzmuskel, habe aber "keine Medikamente eingenommen und - wie sein Umfeld auch - angenommen, dass er gesund ist", teilte die Oberstaatsanwältin mit.

Die Verteidiger der angeklagten Schläger Sebastian L. (18) und Markus S. (19) wollten nun zwei medizinische Gutachter vor Gericht befragen.

Details zur Todesursache zurückgehalten?

Laut Verteidigung spricht der Verlauf der Notfallversorgung dafür, dass der Zusammenbruch Brunners bei der Schlägerei durch die Herzschwäche ausgelöst wurde. Die Staatsanwaltschaft jedoch sieht die Schuld am Tod des Managers weiterhin bei den Angeklagten. Zuvor hatten die Anwälte kritisiert, die Staatsanwaltschaft habe Informationen zu Brunners Gesundheitszustand verschwiegen. Die Oberstaatsanwältin wies diesen Vorwurf zurück.

Dass Brunner einen Herzfehler gehabt habe, stehe zwar nicht in dem kürzeren, öffentlich verlesenen Anklagesatz, werde aber in der 90-seitigen Anklageschrift erwähnt. Mit der Todesursache befasste sich auch die Rechtsmedizin, die ihre Ergebnisse aber erst zum Ende der Beweisaufnahme vorstellen, wahrscheinlich frühestens am 28. Juli.

Verteidigung weist Mordabsicht zurück

Die Staatsanwaltschaft sieht die Tat weiter als Mord. Das Motiv sei Rache dafür gewesen, dass sich Brunner in den Streit der Jugendlichen mit den Schülern einmischte. "Die Tritte und Schläge waren ursächlich für den Tod", unterstrich Stockinger erneut. Der Herzstillstand sei direkte Folge der Attacke gewesen. Die Anwälte der beiden mutmaßlichen Täter Sebastian L. und Markus S. bewerten den Mordvorwurf jedoch als kaum haltbar.

Die Zeugenaussage des S-Bahn-Zugführers könnte die Argumentation der Verteidigung stützen. So hätten die mutmaßlichen Täter den 50-jährigen Geschäftsmann nicht von sich aus angegriffen. "Jetzt gibt's hier hinten Ärger", habe Brunner gesagt, berichtete der Zugführer. Die beiden Angeklagten seien zuvor "ganz normal ausgestiegen wie jeder andere auch". In diesem Moment sei Brunner am Bahnsteig in Solln "zügig mit zwei Schritten" auf die beiden zugegangen und habe einem mit der Faust ins Gesicht geschlagen", sagte der Zeuge.

"Herr Brunner hätte einfach nur gehen müssen"

"Die beiden Angeklagten waren äußerst überrascht - wie ich", sagte der 46-jährige Bahnbedienstete. Für ihn sei Brunner der Angreifer gewesen - er habe nichts von der vorangegangenen Auseinandersetzung mitbekommen. "Er hätte einfach nur gehen müssen, der Herr Brunner. Es war aus meiner Sicht genug Zeit, um zu gehen."

Anschließend habe der 50-Jährige gesagt: "Das klären wir jetzt mit der Polizei." Er habe deshalb geglaubt, die Sache sei erledigt, berichtete der Zugführer - zumal der Mann, der zuerst zugeschlagen hatte, von sich aus von der Polizei gesprochen habe. Er habe daraufhin seinen Fahrdienstleiter verständigt und sei weitergefahren.

Dominik Brunner war am 12. September 2009 an den Folgen der Schlägerei gestorben. Er hatte sich schützend vor vier Schüler gestellt, von denen die Angeklagten Geld erpressen wollten. Die beiden müssen sich seit vergangener Woche wegen Mordes vor der Jugendkammer des Münchner Landgerichts verantworten.


Quelle: dapd , dpa

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Kommentare (24)

zum Forum

Thema: "Brunner-Prozess: Opfer soll nichts von Herzfehler gewusst haben"

Doofer schrieb: am 20. Juli 2010 um 19:45:25
(0) (0) Brunner-Prozess
Dass jetzt der Bahnbedienteste im Prozess aussagt, Brunner hat zuerst zugeschlagen, ist ihm vielleicht so gesagt worden...

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Friedrich-Wilhelm schrieb: am 20. Juli 2010 um 19:16:50
(0) (0) Brunner-Prozess
Zuerst wurde der ermordete Dominik Brunner mit Füßen getreten. Jetzt der deutsche Rechtsstaat und die Rechtsordnung. Erst
sind es die Angeklagten gewesen, das weitere besorgen jetzt deren Anwälte, die vor nichts zurückschrecken, um einen Mord wegen eines wahrscheinlich angeborenen Herzfehlers als fatlaen Gesundheitsfehler darzustellen.
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Simba schrieb: am 20. Juli 2010 um 19:16:37
(0) (0) Opfer Brunner
Ich würde mich alleine garantiert nicht trauen, auch nur gegen einen Raudi vorzugehen, da ich nicht abschätzen kann, wieviel
Gewaltbereitschaft in dem steckt. Das ist doch normal. Tarzan können andere spielen. Wenn schon Aktion, würde ich Hilfe holen. Gemeinsam sind wir stark.
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