26.11.2010, 10:07 Uhr
Die brasilianische Polizei geht inzwischen mit aller Härte gegen die Drogenbanden in den Armenvierteln von Rio de Janeiro vor. Erstmals setzten die Sicherheitskräfte sechs mit Maschinengewehren ausgestattete Panzer ein. In den vergangenen fünf Tagen kamen nach offiziellen Angaben mindestens 23 Menschen ums Leben.
Neben den Panzern waren auch Hubschrauber und tausende schwerbewaffnete Polizisten im Einsatz. Die Banden sollen aus den Elendsvierteln, den Favelas, vertrieben werden, bevor 2014 in Rio das Finale der Fußballweltmeisterschaft und 2016 die Olympischen Sommerspiele ausgetragen werden.
Die massiven Gefechte in den verwinkelten Gassen zwischen den Wellblechhütten versetzten viele Menschen in Panik. Die schwer bewaffneten Drogenbanden hatten die Polizisten mit einem Kugelhagel empfangen.
Zudem setzten sie immer wieder Busse und andere Fahrzeuge in Brand - seit Montag mehr als 40. Die Polizei wurde um 2000 Beamte verstärkt, hieß es in den Medien. Nach Geheimdiensterkenntnissen planten die Banden auch Bombenanschläge auf Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten..
In den vergangenen Tagen hatte die Polizei eine großangelegte Offensive gestartet, um die Welle der Gewalt in den Armenvierteln einzudämmen. 17.500 Polizisten befänden sich in Alarmbereitschaft, sagte ein Polizeisprecher. 2007 war zur Bekämpfung der Drogenkriminalität eine Sondereinheit der Polizei (UPPS) geschaffen worden. Panzer waren bisher aber noch nicht eingesetzt worden.
Quelle: dpa , AFP
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