13.01.2011, 13:53 Uhr
Im brasilianischen Staat Rio de Janeiro rund um die gleichnamige Metropole haben heftige Unwetter eine Spur der Verwüstung hinterlassen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Nach heftigem Regen ist es in Brasilien in der Region um Rio de Janeiro zu Schlammlawinen und Überschwemmungen gekommen, bei denen bisher rund 300 Menschen ums Leben kamen. Besonders an den dicht besiedelten Hanglagen der Slums gab es viele Opfer, berichteten Rettungskräfte. Einige Menschen versuchten, sich auf Bäumen vor den Sturzfluten zu retten.
Ganze Viertel in den Städten Nova Friburgo, Teresópolis und Petrópolis wurden durch Flüsse aus Schlamm und Felsbrocken weggeschwemmt. Mindestens drei Feuerwehrleute kamen bei Rettungsarbeiten in Nova Friburgo ums Leben. Jorge Mario Sedlacek, der Bürgermeister von Teresópolis, sprach von einer "ungeheueren Katastrophe". Allein in seiner Stadt starben mindestens 130 Menschen, in Nova Friburgo waren es 107 und in Petrópolis mindestens 30.
Besonders schwer betroffen ist die bergige Region rund um die Metropole Rio de Janeiro. zum Video
Die Bergungsmannschaften suchen mit schwerem Gerät, aber auch mit bloßen Händen nach Überlebenden in den Trümmern. Insgesamt sind in Teresópolis 800 Rettungskräfte der Feuerwehr und des Zivilschutzes im Einsatz.
Die 55-jährige Hausangestellte Angela aus Teresópolis sagte, sie habe so etwas bislang nur als "Katastrophenfilm" im Fernsehen gesehen. "Häuser und Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen, es war furchtbar."
Auf Anordnung des Zivilschutzes verließen sie und ihr Mann das Haus und suchten Zuflucht bei ihrer Tochter. Auf dem drei Kilometer langen Weg durch den Schlamm auf früher geplasterten Straßen stieß Angela gegen etwas Weiches. "Es war die schlammbedeckte Leiche einer Frau. Sie hatte ihren Arm über ihr Gesicht gelegt als wolle sie sich schützen", schluchzte die Hausangestellte.
Auch in Sao Paulo, wo seit Sonntag etliche wichtige Straßen wegen Überschwemmung gesperrt sind, kamen etwa 20 Menschen beim Einsturz ihrer Häuser, in Erdrutschen oder bei Überschwemmungen ums Leben. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff will das Katastrophengebiet mit einem Hubschrauber überfliegen. Die Regierung stellt rund 320 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung.
In Brasilien sind die saisonalen Regenfälle in diesem Jahr besonders verheerend ausgefallen. Mehr als 100.000 Menschen verloren in vier südöstlichen Bundesstaaten infolge der Unwetter ihr Zuhause.
Starker Regen führt in dem südamerikanischen Land vor allem im Januar und Februar immer wieder zu Unglücken mit vielen Toten. Am stärksten betroffen sind meist Armensiedlungen. Die Häuser in den sogenannten Favelas werden oft illegal auf Hügeln oder an Abhängen errichtet, die bei Niederschlägen abrutschen.
Quelle: dpa , dapd
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