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Kulturpolitischer Sprecher räumt Stasi-Mitarbeit ein
16.11.2009, 09:16 Uhr
Der kulturpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Linkspartei in Brandenburg, Gerd-Rüdiger Hoffmann, ist einem "Focus"-Bericht zufolge Stasi-Mitarbeiter gewesen. "Ich kann nicht leugnen, dass ich für das MfS tätig war", sagte der 57-Jährige dem Nachrichtenmagazin zufolge.
Laut "Focus" arbeitete Hoffmann, der seit 2004 für die Linkspartei im Potsdamer Landtag sitzt, von 1970 bis 1975 als Schüler und Angehöriger der DDR-Grenztruppen für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Anschließend sei er als Informant der Abteilung IV der Hauptverwaltung Aufklärung vorgesehen gewesen.
Kameraden filtriert
Wie das Blatt weiter berichtete, war Hoffmann 1970 als IM "Schwalbe" geworben worden. Schon zuvor habe er Mitschüler bespitzelt. Während seines Wehrdienstes bei den Grenztruppen in Berlin Mitte sei er zur "Filtrierung" seiner Kameraden eingesetzt gewesen.
Lob für "ausgezeichnete Arbeit"
Sein Führungsoffizier habe die "ausgezeichnete Arbeit" gelobt. Hoffmann habe die "erhaltenen Aufträge gewissenhaft und initiativreich" erfüllt, zitierte das Magazin aus der Stasi-Akte. Hoffmann selbst sagte "Focus" zufolge: "Ich kenne meine Akte nicht, und es hat mich ziemlich überrascht, dass es überhaupt eine gibt."
Auch Fraktionschefin spitzelte für die Stasi
Die brandenburgische SPD unter Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte nach der Landtagswahl vom 27. September die Koalition mit der CDU beendet und ein Bündnis mit der Linkspartei gebildet. Dagegen hatte es immer wieder scharfe Kritik gegeben - auch weil unter anderen die Linken-Fraktionschefin Kerstin Kaiser während ihres Studiums ab 1979 für die Stasi tätig war.
Quelle: dapd