14.06.2010, 09:16 Uhr | Carsten Hauptmeier, AFP
Volker Bouffier ist neuer Chef der Hessen-CDU (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Volker Bouffier hat die nächste Sprosse auf der Karriereleiter mit Leichtigkeit genommen: 96 Prozent der Delegierten wählten den 58-Jährigen am Samstag auf einem Parteitag der Hessen-CDU in Willingen zu ihrem neuen Vorsitzenden. Bouffier folgt damit auf seinen langjährigen Weggefährten Roland Koch, den er Ende August auch als Ministerpräsident Hessens beerben soll. Dabei sah es so aus, als würde Bouffier langsam die Zeit für den ganz großen Karrieresprung weglaufen.
Über Jahre blieb ihm nur die Rolle des ewigen Thronfolgers von Koch, was ihm die spöttische Bezeichnung als Prinz Charles von Hessen einbrachte. Nachdem in den Nachfolge-Debatten bereits vermehrt andere Namen fielen, schaffte es der selbstbewusste Landesinnenminister nach dem Rückzug Kochs aus der aktiven Politik nun aber doch noch nach ganz oben.
Doch auch wenn jedes weitere Jahr als ewiger Thronfolger die Chancen Bouffiers für den Aufstieg in die erste Reihe der deutschen Politik wohl geschmälert hätte, kam der Abgang Kochs für ihn doch zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Ausgerechnet jetzt muss sich der Innenminister wegen der Besetzung eines Polizei-Chefpostens vor einem Untersuchungsausschuss verantworten. In einem umstrittenen Verfahren wurde ein Parteifreund des Ministers zum Präsidenten der Bereitschaftspolizei ernannt. Die Opposition wirft dem Minister Rechtsbruch vor. Am Mittwoch wies Bouffier als Zeuge in dem U-Ausschuss erneut alle Vorwürfe zurück.
Für seine Wahl zum neuen Landesvorsitzenden der Hessen-CDU war die Polizeichef-Affäre jedoch keine Gefahr. Der 58-Jährige ist in der Partei fest verankert, seit Jahren schon gilt er neben dem sechs Jahre jüngeren Koch als führende Kraft des Landesverbandes. Bouffier gehört zu Kochs "Freunden von der Tankstelle", die die hessische CDU in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt haben. Die Tankstellen-Connection entstand in den 80er Jahren aus der Jungen Union (JU): An der Raststätte Wetterau an der Autobahn 5 trafen sich die Männer und schmiedeten politische Pläne, neben Koch und Bouffier gehörte etwa auch der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung zu dieser Runde.
Zum Schwur der Männerrunde gehörte absolute Loyalität. Und diese zeigte Bouffier in den vergangenen Jahren gegenüber Koch, der seit der Übernahme des Landesvorsitzes im Jahr 1998 und seinem ersten Wahlsieg 1999 der starke Mann der Hessen-CDU war. Auch in für Koch schwierigen Zeiten, etwa während der CDU-Finanzaffäre oder zuletzt nach der Beinahe-Niederlage bei der Landtagswahl 2008, rückte Bouffier nicht von Koch ab. Nun kann Bouffier seinerseits von seinen Parteifreunden Loyalität einfordern und wird sie in der hessischen CDU, die sich gerne und oft ihrer Geschlossenheit rühmt, wohl auch bekommen.
Der am 18. Dezember 1951 in Gießen geborene Bouffier machte wie Koch früh in der hessischen CDU Karriere. Der verheiratete Vater von drei Kindern, der wie der scheidende Regierungschef Jurist ist, sitzt bereits seit 1978 im Landesvorstand der hessischen CDU. Im Jahr 1982, mit 30 Jahren, zog er erstmals in den Wiesbadener Landtag ein. Sein oft kompromissloser Kampf für Rasterfahndung, Kennzeichenlesegeräte oder Telekommunikationsüberwachung brachte Bouffier den Beinamen "Schwarzer Sheriff" ein, und zweimal den kritischen "Big Brother Award" wegen Verletzung der bürgerlichen Freiheiten. Das Land Hessen machte Bouffier allerdings zu einem der sichersten in der Kriminalstatistik, hessische Polizeikräfte waren maßgeblich an der Festnahme der islamistischen "Sauerland-Gruppe" beteiligt.
Quelle: AFP
Karl 62 schrieb:
am 13. Juni 2010 um 16:35:10
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Bouffier
Die gleiche Pappnase wie Koch Lügen dunkle Geschäfte und Abzocken.
Ein Unglaubwürdiger Geselle dieser Bouffier.....
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Klaus schrieb:
am 13. Juni 2010 um 15:50:55
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Hessen CDU
Na, da bleibt ja alles beim alten. Wieso jagen die Hessen nicht ihre korrupten "Volksvertreter" einfach zum Teufel? Wer schon mit
den Stimmen der Bevölkerung regiert, sollte eigentlich zu Beginn der Legislaturperiode noch eine "reine Weste" haben. Bouffier hat doch jetzt schon Dreck am Stecken! Hallo, ihr Politiker! Ihr sollt zum Wohle des Volkes regieren, nicht für eigene Pöstchen und Lobbyisten! Also, das nächste mal was wählen, was noch nicht bekannt ist. Vielleicht wirds dann ja bessser...
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Liane schrieb:
am 13. Juni 2010 um 15:10:56
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Bouffier paßt doch exakt zu unseren
Landesvätern und -müttern!!! Ich möchte nur eine/n einzige/n sehen, der NICHT Pöstchen vergeben
hat, hatte, wird, oder sonstige Begünstigungen/Privilegien!!! Und Jurist ist er auch noch, wie schön; willkommen im Club. "Kleinlichkeit und Erbrecht und Freizeit..., für das deutsche Vaterheerland..."
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