01.08.2011, 09:03 Uhr
Absturz bei der Landung: Die Boeing 737 der Caribbean Airlines ist auseinander gebrochen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Eine Boeing 737 mit insgesamt 163 Menschen an Bord ist bei der Landung im südamerikanischen Staat Guyana in zwei Teile zerbrochen. Die Maschine der Fluggesellschaft Caribbean Airlines schoss offenbar bei Regen über die Landebahn hinaus - der Chef der Fluggesellschaft, George Nicholas, sprach von einem "absoluten Wunder", dass alle Insassen überlebten.
"Es gab keine Todesopfer", teilte die Airline mit. Die meisten Fluggäste in der Boeing 737 blieben unverletzt, andere erlitten blaue Flecken und Knochenbrüche. Das zerstörte Flugzeug blieb auf einer abschüssigen Grasfläche stehen.
Das Flugzeug vom Typ Boeing 737-800 verunglückte am Cheddi Jagan International Airport rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Georgetown. Der Flughafen wurde vorübergehend gesperrt. Die Maschine mit der Flugnummer BW523 war nach Angaben von Caribbean Airlines in New York gestartet. Die Unglücksursache müsse noch untersucht werden, sagte die Sprecherin.
Nach Medienberichten herrschten auf den einzigen internationalen Flughafen Guyanas schlechte Wetterbedingungen. An Bord der Maschine waren 157 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder. Das Unternehmen Caribbean Airlines hat seinen Sitz in Trinidad und Tobago.
Wie durch ein Wunder überleben alle 163 Passagiere den Absturz.
Unter den Passagieren war auch die 41-jährige Geeta Ramsingh aus Philadelphia. Die Passagiere hätten schon begonnen für die Landung zu applaudieren, als die Schreie begannen, sagte sie. Sie selbst war offenbar nur leicht verletzt worden und hatte Abschürfungen und blaue Flecke an den Knien. Sie sei auf den Flügel gestiegen und dann auf einen Schotterweg außerhalb der Umzäunung der Landebahn gesprungen.
"Ich bin wütend darüber, dass niemand kam, um uns in der Dunkelheit zu retten", sagte sie. Einzig ein Taxifahrer sei erschienen, der von ihr 20 Dollar dafür verlangt habe, um sie zum Terminalgebäude zu fahren. Sie habe bezahlt. "Aber in Zeiten der Not verlangt man doch kein Geld für eine Fahrt", sagte Ramsingh, während sie auf einem Stuhl im Ankunftsbereich des Flughafens auf ihre Familie wartete. Es ist in 30 Jahren erst ihr zweiter Besuch in ihrer Heimat.
Sie habe gespürt, dass es eine harte Landung gewesen sei, sich zuerst aber nichts dabei gedacht, sagte die 42-jährige Adis Cambridge, die von einer kurzen Reise in die USA zurückkehrte. "Mir wurde klar, dass alles auf mir drauf lag, Menschen und Gepäck. Ich war die vorletzte Person, die in der Dunkelheit aus dem Flugzeug kam", sagte sie umringt von zwei jungen Kindern, die zum Flughafen gekommen waren, um sie abzuholen.
"Ich schlug mir meinen Kopf an der Decke an. Es war so angsteinflößend", sagte die Frau und beschrieb, wie sie über den Flügel hinauskletterte. Draußen seien Rettungskräfte mit Taschenlampen gewesen und hätten im Licht der Feuerwehrautos nach Überlebenden gesucht.
Quelle: dpa , dapd
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