05.09.2011, 11:21 Uhr
Zwei Rhinozerosse, die für ihre Hörner umgebracht worden sind - im Jahr sind es allein in Südafrika mehrere hundert (Quelle: dpa)
Mit einem Schrei sinkt das Rhinozeros zu Boden. Wo vorher sein Horn saß, ist nur noch blutiges Fleisch. Obwohl sich der Tierarzt intensiv um seinen schwerverletzten Patienten kümmert, stirbt er nach sechstägigem Todeskampf - ein weiteres Opfer in der blutigen Schlacht um die Nashörner in Südafrikas Privatreservaten. Eigentümer und Wildhüter sind oft machtlos, für die hochgerüsteten Wilderer-Banden sind die Tiere leichte Beute. Und die grausame Jagd lohnt sich: Nach UN-Schätzungen erzielt das Horn auf Asiens Schwarzmarkt Spitzenpreise von 50.000 Euro pro Kilogramm.
Schauplatz der brutalen Attacke war das Aquila-Wildreservat, zwei Stunden von Kapstadt entfernt. "Ich fühle mich wie im Krieg", sagt Eigentümer Searl Derman erschöpft. Um seine Nashörner zu schützen, hat Derman Hubschrauber, Tierärzte sowie Sicherheitsleute organisiert, die rund um die Uhr Wache schieben. Doch gegen die finanzstarken Banden kommt er nicht an. "Wir haben alles getan, obwohl wir es uns eigentlich gar nicht leisten konnten - und nun müssten wir uns eigentlich doppelt anstrengen", sagt er. Es war bereits das zweite Opfer illegaler Nashorn-Jäger in Dermans Park. Für Hinweise auf die Wilderer hat er umgerechnet 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt. "Ich wünschte, es wäre mehr", seufzt er: "Die Belohnung müsste genauso hoch sein wie der Preis für ein Horn".
In der traditionellen asiatischen Medizin gilt das aus Keratin bestehende Horn noch immer als Wundermittel gegen alle möglichen Beschwerden und Krankheiten - von Fieber bis Krebs. Obwohl sein medizinischer Nutzen wissenschaftlich nicht belegt ist, erzielt es höhere Preise als Kokain. 275 Nashörner starben in diesem Jahr in Südafrika bereits durch Wilderer, vor vier Jahren waren es noch 13.
Die Banden konzentrieren sich inzwischen auf private Reservate, in denen etwa ein Viertel der Nashörner lebt. "Vor drei Jahren gab es keine gewilderten Tiere in privaten Parks, doch jetzt sieht man sie immer häufiger", sagt Pelham Jones vom Verband der privaten Nashorn-Besitzer. Insgesamt 450 bis 500 Rhinozerosse werden dieses Jahr nach seiner Schätzung durch die illegalen Jäger sterben. "Das ist absolut grausam", erzählt er. "Hartgesottene Buschmänner stehen um die Kadaver und weinen."
Das Blutbad hat solche Ausmaße angenommen, dass Südafrika im April bereits seine Armee mobilisiert hat. Im staatlichen Krüger National Park mit dem größten Nashorn-Bestand des Landes konnte die Todesrate der massigen Dickhäuter durch den Einsatz von Soldaten drastisch gesenkt werden. "Der private Sektor hat das nicht, und das wissen die Wilderer sehr gut", sagt Jones. "Es ist einfacher, ein privates Reservat anzugreifen". Im 9000 Hektar großen Wildgebiet Kariega in der Provinz Ostkap wurden die Nashörner enthornt, um die Tiere für die illegalen Banden wertlos zu machen. In dem schwer zu kontrollierenden Gelände schlugen Wilderer bereits dreimal zu. Ein Sicherheitsteam schützt nun die überlebenden Tiere.
Die Eigentümer fordern eine politische Lösung des Problems, beispielsweise durch die Behörden in Asien. Selbst eine Legalisierung des Horn-Handels wird diskutiert. Offiziell gehandeltes Horn könnte aus lizensierter Jagd kommen oder von Tieren, die eines natürlichen Todes gestorben sind. Die Zeit drängt: "Wenn es so weitergeht, sind wir in 18 Monaten so weit, dass unser Bestand an Nashörnern zurückgeht", sagt Jones.
Quelle: AFP
Sundancer29 schrieb:
am 5. September 2011 um 20:26:17
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Tierschutz 2
Wir werden nichzt schlauer. Die Tiere brauchen uns und wir schauen weg. Wieviele Arten sterben aus oder sind bedroht und wir
verschließen unsere Augen davor. Wenn die Tiere weg sind kommt nichts mehr nach. Das finde ich so schrecklich. Würden wir das mit Menschen machen würde es ein Aufschrei geben. Aber bei Tieren die sich nicht mal wehren können schauen wir alle weg .Das ist doch nicht normal , einfach krank sowas . Macht endlich die Augen auf und wird wach bevor es zu spät ist .
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Sundancer 29 schrieb:
am 5. September 2011 um 20:17:03
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Tierschutz
ES erschüttert mich was ich da lese. Warum musste so was wieder mal geschehen? Wir brauchen keine Hörner von Nashörnern. Warum
schützt man sie nicht? Einfach entsetzlich die armen Tiere. Wirsollten lieber denen mehr Lebensmittel und Arbeit geben,damit sie die Tiere in Frieden lassen. Aber so ist es leider immer und wir lernen nie draus . Wir brauchen weder Walfett noch Öl. Wir haben doch Strom oder warum werden Wale gejagt . Es macht mich traurig wie viele Tiere vom Aussterben bedroht sind.
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Hans schrieb:
am 5. September 2011 um 15:03:57
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Wildschutz
Ob Nashorn für China oder Waale für Japan - das brauche es alles nicht!
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