25.11.2010, 15:30 Uhr
Sieben der neun Angeklagten im Darmstädter Kinderpornoprozess haben gestanden. Der Richter verurteilte sie zu bis zu fünf Jahren Haft (Foto: dapd)
In einem der bundesweit größten Kinderpornoprozesse sind vor dem Landgericht Darmstadt sieben Männer zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren auf Bewährung und fünf Jahren verurteilt worden. Die Männer hatten nach Auffassung des Gerichts "in bandenmäßigen Strukturen" zwischen den Jahren 2006 und 2009 rund 100.000 Dateien mit kinderpornografischem Material aus dem Internet heruntergeladen und getauscht.
Den Fotos lägen hunderte reale Missbrauchsfälle zugrunde, schätze einer der Richter. Auch Fotos von schwer sexuell missbrauchten Säuglingen seien gezeigt worden, das Gericht sprach von "hartem Stoff".
Einer der Verurteilten, ein 34-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen, hatte eingeräumt, selbst ein Kind neun Mal sexuell missbraucht zu haben. Er bekam die höchste Strafe. Die Männer nahmen die Urteile gefasst auf, einzig ein Geophysiker aus Bremerhaven schloss bei der Verkündung des Strafmaßes kurz die Augen. Er muss für dreieinhalb Jahre in Haft. Er galt in den Augen des Gerichts als technischer Kopf der Bande.
Die meisten Bilder hatten Ermittler bei einem 33-jährigen Oberfeldwebel aus Schwerin gefunden, er erhielt drei Jahre und neun Monate Haft. Strafmildernd wertete das Gericht für alle Männer, dass sie frühzeitig gestanden hatten.
Im Prozess hieß es von Seiten der Angeklagten immer wieder, es seien "doch nur Bilder" gewesen. "Das zeigt jedoch die Einstellung der Angeklagten von damals und möglicherweise noch von heute", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Keiner der Angeklagten habe sich wohl Gedanken gemacht, was hinter den Bildern stecke.
Vor allem Fotos von "Kindern aus Asien mit hellhäutigen Herren" seien gezeigt worden, auf denen zu sehen war, wie sich die Männer befriedigen ließen, erläuterte der Richter sichtlich erschüttert. Ein Mann habe sein eigenes Kind missbraucht, das Bild im Internet gezeigt und dafür von anderen Nutzern den Kommentar "Vater des Jahres" erhalten.
Den Angeklagten wurde vorgeworfen, mit dem Herunterladen die Nachfrage an den Bildern geschaffen zu haben. Den Fotos lägen geschätzt 300 bis 500 reale Missbrauchsfälle zugrunde.
Der Anwalt eines 49 Jahre alten Mannes aus Löhne in Nordrhein-Westfalen, den die Richter zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten, kündigte Revision an. Drei Jahre und neun Monate Haft verhängte das Gericht gegen einen 47-Jährigen aus Lichtentanne in Sachsen, ein 58-Jähriger aus Bendorf in Rheinland-Pfalz muss zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Ein 31 Jahre alter Mann aus Passau wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, er ist der einzige der Angeklagten, der nicht ins Gefängnis muss.
Der Prozess war in der vergangenen Woche aufgetrennt worden, da von insgesamt neun Angeklagten sieben gestanden hatten. Im Fall der zwei übrigen Angeklagten sollen noch Zeugen gehört werden, das Verfahren wird in der kommenden Woche fortgesetzt.
Quelle: dpa
Bärliner schrieb:
am 25. November 2010 um 21:45:24
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Strafmass
So lange in den Knast, wie die Leidenszeit ihrer Opfer anhält! Und dann noch mal 5 Jahre zum nachdenken!
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Hubertus2010 schrieb:
am 25. November 2010 um 21:16:15
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Bis zu fünf Jahre....
Möchte nicht mit denen tauschen. Keine Aufregung wegen der geringen Strafen bis auf die Bewährung wird das eine sehr
lange und harte Zeit im Knast. Die stehen dort ganz unten und werden danach auch wissen was Missbrauch ist.Kein Mitleid!
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donner schrieb:
am 25. November 2010 um 21:03:15
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Urteilspruch
Als ich in den Nachrichten vernahm was die mit den Zwegen angestellt haben, ist mir schlecht geworden. Und die Urteile erst, da
kamm mir die Wuht hoch. Es gibt Staaten, da sehen solche nur noch Gitterstäbe für den Rest ihres Lebens. Aber so ist das in D., Mann legt ein Geständnis ab, verkündet Reue und der Richter holt die Samthanschuhe raus.:-(
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