15.11.2010, 08:42 Uhr
Nach jahrelangem Hausarrest ist die birmanische Dissidentin Aung San Suu Kyi nun frei (Foto: AP)
Nach siebeneinhalb Jahren Hausarrest ist Birmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi am Samstag in die Freiheit entlassen worden. Das bestätigte ein Regierungsbeamter. Sie zeigte sich bereits ihren Anhängern.
Die 65-Jährige erschien in Rangun am Tor ihres Hauses, in dem sie jahrelang abgeschnitten von der Außenwelt leben musste. Dabei winkte die Friedensnobelpreisträgerin ihren Anhängern zu und lächelte. Die Militärjunta hatte kurz zuvor den Hausarrest für beendet erklärt.
Mehrere tausend Menschen feierten in Rangun die Freilassung. Die Menschen stürmten zu ihrem Haus, nachdem die Militärpolizei die Barrieren weggeräumt hatte, die den Zugang zur University Avenue seit Jahren versperrt hatten. Viele warteten dort seit den frühen Morgenstunden, berichteten Augenzeugen. Sie trugen Poster und T-Shirts mit dem Bild der Politikerin. Dann kam die erlösende Nachricht von Suu Kyis Anwalt: "Sie ist jetzt frei", sagte Nyan Win. Und die Anhänger brachen in Jubel aus: "Lang lebe Suu Kyi", skandierten sie begeistert. Ordnungskräfte ihrer Partei NLD versuchten, die Menschenmenge zur Ruhe zu bringen, um Suu Kyi Gehör zu verschaffen.
Der Hausarrest der 65-Jährigen endete offiziell am Samstag. Suu Kyi durfte deshalb nicht an den Parlamentswahlen am vergangenen Wochenende teilnehmen. Ihre Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte die vorherigen Wahlen vor 20 Jahren gewonnen, die Militärführung des südostasiatischen Landes erkannte den Sieg jedoch nie an.
Als Suu Kyi 2002 zuletzt auf freiem Fuß war, versammelten sich bei jedem ihrer öffentlichen Auftritte zahlreiche Menschen. Seit ihrer erneuten Inhaftierung im Jahr 2003 lebte sie abgeschnitten von der Außenwelt ohne Telefon oder Internetanschluss. Als vergangenes Jahr eigentlich ein Ende des Arrests bevorstand, verlängerte die Junta Suu Kyis Freiheitsstrafe um 18 weitere Monate, nachdem ein US-Bürger ungebeten in ihr Haus eingedrungen war.
Suu Kyi will sich kurz nach ihrer Freilassung der Presse stellen, hatte ihr Anwalt angekündigt. Sie will dazu zum Büro ihrer vor einem halben Jahr von den Militärbehörden aufgelösten Partei fahren. Auch dort herrschte schon den ganzen Samstag emsiges Treiben. Auf Suu Kyis Schultern lasten hohe Erwartungen. Sie kämpft seit 21 Jahren friedlich gegen die Militärjunta und für die Demokratie. 1991 war sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut und erleichtert über die Freilassung. "Aung San Suu Kyi ist eine Symbolfigur für den weltweiten Kampf für die Verwirklichung der Menschenrechte. Ihre Gewaltlosigkeit und Unnachgiebigkeit haben sie zu einem bewunderten Vorbild werden lassen", erklärte die Kanzlerin. Sie appellierte zugleich an die Machthaber in Birma, auch die weiteren noch über 2000 politischen Gefangenen freizulassen.
Auch US-Präsident Barack Obama begrüßte die Freilassung. Sie sei seine Heldin, sagte er. Ob Suu Kyi unter Hausarrest stehe oder in ihrem Land gefangen gehalten werde, ändere allerdings nichts an der Tatsache, dass die von ihr vertretene Bewegung "systematisch zum Schweigen gebracht wurde" und der Möglichkeit beraubt worden sei, einen politischen Prozess in Gang zu setzen, der zu einem Wandel in dem südostasiatischen Vielvölkerstaat führen könnte. Obama forderte die Militärjunta in Birma auf, alle politischen Gefangenen freizulassen.
Quelle: dpa , dapd , AFP
ligo schrieb:
am 13. November 2010 um 15:43:48
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ja
ich finds gut das sie endlich frei ist... sie ist noch eine wahre sozialistin die sich für die ausgereifteste art der demokratie einsetzt
und sich GEGEN den pseudokommunismus, pseudosozialismus, faschismus und kapitalismus auf der welt ausspricht.
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Emma schrieb:
am 13. November 2010 um 15:39:25
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Arrest
Ich trau der Sache nicht, sie wird sicher wieder aus fadenscheinigen Gründen unter Arrest gesetzt. Schlimm, sehr schlimm sogar.
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Heute schrieb:
am 13. November 2010 um 15:28:57
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SUU
"Denkender Leser" sollte in einem Staat wie die ehemalige DDR oder Birma o. ä. einmal für ein Jahr leben müssen, ohne Privilegien!
Dann würde er nicht so über unser Land schreiben. Ich weiß, wovon ich schreibe!!!
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