17.05.2006, 13:06 Uhr
Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass offenbar auch Affen Sätze bilden. Dazu studierten sie eine afrikanische Primatenart und ihre Warnlaute. Die Tiere würden zwei Laute zu einem Dritten kombinieren, der eine neue Bedeutung erhalte, berichten die Psychologen Kate Arnold und Klaus Zuberbühler von der Universität St. Andrews.
Einfach tierisch
Rote ListeEisbär und Flusspferd bedroht
Weißnasenmeerkatzen studiert
Die Wissenschaftler zeichneten die Laute einer in Afrika verbreiteten Affenart, der Großen Weißnasenmeerkatzen, in freier Wildbahn auf und beobachteten das Verhalten der Tiere. Die Affen warnen normalerweise mit zwei Lauten vor Leoparden oder vor kreisenden Adlern. Einige Tiere kombinieren die Laute zu einer neuen Folge. Damit geben sie offenbar die Anweisung, sich möglichst rasch und weit in sicheres Gebiet zurück zu ziehen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature".
Unterschiedliche Reaktionen
Im Experiment simulierten die Wissenschaftler das Nahen eines Leoparden. 17 Affen-Gruppen spielten sie über Lautsprecher das Knurren der Raubkatze vor. In neun Gruppen warnte eine männliche Weißnasenmeerkatze daraufhin mit dem kombinierten Laut. In den restlichen Gruppen stießen die Männchen den einfachen Laut laut aus. Dabei stellte das Forscherteam fest, dass die Gruppen unterschiedlich weit von der vermeintlichen Gefahrenquelle entfernt waren. Die Affen, die mit der Lautfolge gewarnt worden waren, liefen wesentlich weiter als die, die nur den einfachen Ton gehört hatten.
Quelle: dpa
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