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Bin Laden lebte sechs Jahre in Abbottabad

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(Grafik: t-online/dpa)

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Bin Laden lebte sechs Jahre in Abbottabad

03.05.2011, 20:02 Uhr

In diesem Haus soll Osama bin Laden sechs Jahre lang gewohnt haben (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

In diesem Haus soll Osama bin Laden sechs Jahre lang gewohnt haben (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Nach dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden sucht der US-Geheimdienst CIA nun nach Hinweisen auf die mutmaßliche Nummer Zwei des Terrornetzwerks, Aiman al-Sawahiri. Nach der Kommandoaktion in Pakistan und der Tötung Bin Ladens, hätten die US-Truppen in dessen Unterschlupf Festplatten, DVDs und andere Dokumente gefunden, berichteten US-Vertreter. Die CIA sei bereits dabei, den Fund auszuwerten, in der Hoffnung, Hinweise auf den mutmaßlichen Nachfolger bin Ladens zu entdecken. Unterdessen wurde bekannt, dass Bin Laden schon seit sechs Jahren in der Residenz in Abbottabad gelebt haben soll.

Bin Laden war bei dem Kommandoeinsatz nach Angaben eines US-Vertreters in Begleitung von 23 Kindern und neun Frauen. Sie hätten sich in jener Residenz aufgehalten, die Bin Laden sechs Jahre als Versteck gedient habe, sagte der mit der Operation vertraute Offizielle. Demzufolge seien die Frauen sowie die Kinder den pakistanischen Behörden übergeben worden.

Streit zwischen USA und Pakistan

Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, sagte, es sei "unvorstellbar", dass sich Bin Laden ohne Hilfe längere Zeit in Pakistan habe verstecken können. Islamabad müsse erklären, wie der Anstifter der Anschläge vom 11. September 2001 so lange unbehelligt in einem befestigten Anwesen unweit der Hauptstadt Islamabad habe leben können. Die USA wollten untersuchen, ob er über ein Unterstützersystem in Pakistan verfügt habe.

Die pakistanische Regierung hat indes das eigenmächtige Vorgehen der USA bei ihrem Angriff auf das Versteck von Bin Laden scharf kritisiert. Der "unautorisierte" Einsatz der US-Spezialeinheit dürfe nicht als Präzedenzfall für zukünftige Missionen der amerikanischen Streitkräfte auf pakistanischem Gebiet dienen, hieß es in einer Mitteilung.

Foto-Serie: Anschläge von Al-Kaida
6 Bilder von 8

Die USA haben die Kommandoaktion aus Angst vor Verrat vor Pakistan geheimgehalten. Die pakistanischen Behörden seien nicht informiert worden, weil sie Bin Laden hätten "vorwarnen" können, sagte CIA-Chef Leon Panetta dem US-Magazin "Time". Washington habe entschieden, dass "jede Bemühung zur Zusammenarbeit mit den Pakistanern die Mission aufs Spiel gesetzt hätte".

Weißes Haus erwägt Veröffentlichung von Foto

Das Weiße Haus erwägt nach Informationen des US-Senders ABC noch im Laufe des Tages die Veröffentlichung eines Fotos des toten Terroristenchefs Osama bin Laden. Skeptiker innerhalb der US-Regierung hätten allerdings argumentiert, dass die Aufnahmen "zu grausig" seien, um sie freizugeben, berichtete ein Korrespondent des Senders. Befürworter meinten hingegen, die Veröffentlichung sei nötig, um Zweifel auszuräumen, dass der Al-Kaida-Chef tatsächlich bei der US-Kommandoaktion getötet wurde.

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Hier wurde Osama Bin Laden getötet

Ein TV-Sender in Pakistan zeigt Bilder von jenem Ort, an dem der Al-Kaida-Chef getötet wurde. zum Video

Anti-Terror-Berater John Brennan sagte, die Regierung prüfe die Freigabe "zusätzlicher Informationen". Dazu zählten Details über die Erstürmung des Anwesens in Pakistan und möglicherweise Fotos. "Wir wollen genau wissen, welches die möglichen Reaktionen auf die Veröffentlichung solcher Informationen sein könnten", erläuterte der Top-Berater von Präsident Barack Obama. Laut ABC könnten zu dem Material auch Aufnahmen von Helmkameras der Spezialkräfte während der Erstürmung des Bin-Laden-Anwesens sein.

Bereits gestern behauptete ein US-Regierungsvertreter, dass der Tod Bin Ladens durch eine DNA-Analyse bestätigt worden sei. Die nach der Kommandoaktion in Pakistan einer der Leichen entnommene DNA sei identisch mit der Bin Ladens, sagte der US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werde wollte.

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Rechte Hand Bin Ladens

Unterdessen beginnt nach Bin Ladens Tod die Jagd auf dessen potentiellen Nachfolger: Aiman al-Sawahiri ist 59 Jahre alt und stammt aus Ägypten. Vermutet wird, dass er sich derzeit in Pakistan aufhält.

Er ist Mitgründer der Al-Kaida und war die rechte Hand von Bin Laden. Der ägyptische Arzt lernte Bin Laden in Afghanistan während des Kampfes von Islamisten gegen die Sowjetunion kennen. Er soll bei der Rekrutierung von Aktivisten für Al-Kaida geholfen und das Netzwerk entscheidend geprägt haben. Vom FBI ist für seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

Schatz an Informationen

Bei der Kommandoaktion gegen Bin Laden ist den US-Geheimdiensten nach einem Medienbericht ein wahrer Schatz an Informationen in die Hände gefallen. Im Haus Bin Ladens seien ein Computer sowie mehrere Festplatten sichergestellt worden, die nun genau untersucht würden, berichtete die Online-Zeitung "Politico".

"Könnt Ihr Euch vorstellen, was alles auf Osama bin Ladens Festplatte ist?", zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten. Die Festplatten seien an einem geheimen Ort in Afghanistan gebracht worden. Hunderte Experten würden die Daten nun sichten, sagte der Beamte. Geheimdienstbeamte in Washington seien begeistert. "Wenn nur zehn Prozent davon verwendbar ist, dann wäre das toll."

Grausige Fotos von Bin Laden

Nach Informationen der Zeitung gibt es mehrere Fotos des getöteten Osama bin Laden. Sie seien jedoch so "grausig", das die Regierung wegen einer Veröffentlichung genau überlegen müsse. Nach Angaben eines US-Vertreters wurde Bin Laden bei dem Zugriff von US-Spezialkräften von einem Schuss oberhalb des linken Auges getroffen, wodurch ihm ein Teil des Schädels weggeschossen worden sei.

Abgegeben habe den Präzisionsschuss ein Mitglied des Team 6 der Marine-Eliteinheit SEAL während des Kommandoeinsatzes in der pakistanischen Stadt Abbottabad.

CIA nicht sicher über Bin Ladens Unterschlupf

Unterdessen wurde bekannt, dass der US-Geheimdienst CIA sich bis zuletzt keinesfalls völlig sicher war, ob Bin Laden tatsächlich in dem Anwesen in Abbottabad lebte. Einige Analysten hätten die Wahrscheinlichkeit mit 60 Prozent angegeben, andere mit 80 Prozent, meldete das "Wall Street Journal".

CIA-Chef Leon Panetta habe die Ungewissheit zu schaffen gemacht. Dann habe er aber entschieden, dass die US-Öffentlichkeit selbst bei einer 50-prozentigen Chance hinter der Operation stehen würde, schreibt die Zeitung weiter.

Zuvor habe er in einem Geheimtreffen mit Kongressabgeordneten mehrere zehn Millionen Dollar beantragt und erhalten, um die kostspielige und aufwendige Beschaffung von Geheimdienstinformationen über das Anwesen zu finanzieren.


Quelle: AFP , dpa , dapd

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