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Bin-Laden-Kurier brachte USA auf die heiße Spur

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(Grafik: t-online/dpa)

Bin-Laden-Kurier brachte USA auf die heiße Spur

04.05.2011, 14:51 Uhr

Osama bin Laden wurde bei einem Einsatz einer US-Sondereinheit getötet (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Osama bin Laden wurde bei einem Einsatz einer US-Sondereinheit getötet (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Jahrelang jagten ihn Spezialeinheiten, dann kam das Ende von Osama bin Laden in einer Blitzaktion, die gerade mal knapp 40 Minuten dauerte. US-Regierungsbeamte gaben in der Nacht zum Montag einen Einblick in die dramatische Operation, bei der eine Eliteeinheit den Al-Kaida-Chef mit einem Kopfschuss tötete. Was sie schildern, klingt wie ein Thriller - mit akribischer Schnüffelarbeit verschiedener US-Geheimdienste, wichtigen Tipps von Terrorgefangenen und Bin-Laden-Vertrauten, die unwissentlich die Jäger auf die richtige Fährte brachten.

Am Sonntagnachmittag Washingtoner Zeit - kurz nach Mitternacht Ortszeit in Pakistan - war es dann so weit: Nach intensiver Vorbereitung auf die "komplexe und besonders gefährliche Operation" begann der Angriff des US-Elitekommandos Navy-Seals. Die Soldaten kamen mit zwei Hubschraubern. Bin Laden setzte sich zur Wehr. Bei dem Feuergefecht wurden drei weitere Männer getötet. Darunter sind nach Vermutungen der US-Stellen Bin Ladens erwachsener Sohn und zwei Brüder, die als Kuriere gearbeitet hatten und eine wichtige Spur zu dem Terror-Chef waren.

Kommando verlor Hubschrauber

Auch mehrere Kinder und Frauen hielten sich auf dem Anwesen auf, eine der Frauen wurde von einem der männlichen Al-Kaida-Kämpfer als menschliches Schutzschild benutzt und starb, zwei weitere Frauen erlitten Verletzungen. Keiner der Amerikaner kam zu Schaden, aber das Kommando verlor einen seiner Hubschrauber. Das Team flog nach der Operation gemeinsam mit einem Helikopter aus. Den zurück gebliebenen Hubschrauber zerstörten die US-Soldaten vorher.

Die Operation des Elitekommandos war seit langem vorbereitet worden. Von dem Moment an, da Bin Laden als eine Bedrohung identifiziert worden sei, habe der Geheimdienst CIA systematisch Informationen über den inneren Zirkel um den Terroristenführer gesammelt, schilderten die Beamten, die anonym bleiben wollten, in Washington. Das dürfte also schon lange vor den Anschlägen vom 11. September 2001 gewesen sein. Gefangen genommene Terrorverdächtige in der Zeit danach hätten die CIA auf Personen hingewiesen, die möglicherweise Bin Laden und dessen Vize, Aiman al-Sawahiri, nach deren Flucht nach Afghanistan direkt unterstützt hätten.

Video
Obama: Terrorchef Osama Bin Laden ist tot

Wie der US-Präsident verkündete, wurde der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida nach einem Schusswechsel von Spezialkräften getötet. zum Video

Kurier im Fokus

Später erweckte ein Bin-Laden-Kurier die besondere Aufmerksamkeit der Geheimdienstler. Gefangene identifizierten ihn als einen Schützling von Chalid Scheich Mohammed, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, und als einen von wenigen Al-Kaida-Kurieren, denen Bin Laden traute. Sie deuteten auch an, dass dieser Mann mit Bin Laden zusammenleben und als ein Bodyguard für ihn fungieren könnte. Und sogar einen Namen lieferten sie - aber es war leider nur ein Deckname.

So gelang es den Agenten erst vor vier Jahren, die Identität des Kuriers herauszufinden. Vor zwei Jahren machten sie nach diesen Informationen dann Gebiete in Pakistan aus, in denen der Kurier zusammen mit einem Bruder operierte. Aber wo die beiden wohnten, blieb immer noch im Dunkeln - dank der intensiven Sicherheitsvorkehrungen des Gespanns, die die US-Geheimdienstler immer stärker davon überzeugten: "Wir sind auf der richtigen Spur."

Foto-Serie: Anschläge von Al-Kaida
6 Bilder von 8

Durchbruch schon im August 2010

Der Durchbruch kam nach den US-Angaben im vergangenen August, als der Unterschlupf gefunden wurde. Es war ein Anwesen in einem Vorort von Abbottabad, etwa 60 Kilometer Luftlinie nördlich von Islamabad. "Wir waren geschockt von dem, was wir sahen - ein außergewöhnliches, einzigartiges Anwesen", schildert ein Regierungsbeamter die Situation.

Es ging um einen Gebäudekomplex auf einem großen Grundstück, gerade mal sechs Jahre alt - vielleicht eigens für Bin Laden gebaut, mutmaßen die Geheimdienstler heute. Die Schutzvorkehrungen sind enorm, bis zu fünfeinhalb Meter hohe Mauern mit Stacheldraht umgeben das Anwesen. Zugang gibt es nur durch zwei bewachte Tore. Die Einwohner verbrennen ihre Abfälle - vermutlich weil sie keine Spuren hinterlassen wollen.

Nachrichten
Hier wurde Osama Bin Laden getötet

Ein TV-Sender in Pakistan zeigt Bilder von jenem Ort, an dem der Al-Kaida-Chef getötet wurde. zum Video

Grünes Licht für Sondereinsatz

Das Hauptgebäude umfasst drei Stockwerke und hat nur wenige Fenster, das Anwesen ist nach Schätzungen eine Million Dollar (etwa 670 000 Euro) wert, sehr viel nach pakistanischen Maßstäben. Und es gibt keine Erklärung dafür, wie sich die Kurier-Brüder das leisten können. Den Geheimdienstlern ist nun endgültig klar: Es handelt sich um ein maßgeschneidertes Versteck für einen bedeutenden Menschen.

Und dann finden sie heraus, dass neben den Familien der Brüder dort noch eine dritte Familie wohnt, eine, die in der Größe und Zusammensetzung der von Bin Laden entspricht. "Unsere beste Einschätzung, auf der Basis von vielen Berichten aus verschiedenen Quellen, war, dass Bin Laden dort mit mehreren Familienmitgliedern lebte, darunter seine jüngste Frau." Alles, so schildern die Beamten weiter, habe gepasst und mit dem übereingestimmt, wie man sich Bin Ladens Versteck vorgestellt habe. Und dann kam das grüne Licht für den Sondereinsatz der Navy-Seals.


Quelle: dpa

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Kommentare (95)

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Thema: "Bin-Laden-Kurier brachte USA auf die heiße Spur"

tom3 schrieb: am 2. Mai 2011 um 17:30:29
(0) (0) bin laden
noch eins: die amies können gar nix. die story hätte man aber auch besser ausarbeiten können. beschuß vom hubschrauber (für
min. 10-15 minuten) aus und keiner seiner leibwächter hilft. ich denke nicht, dass der nur 2 oder 3 hatte. oder die usa hat halt nur supermänner die einen ganzen clan mit hunderten von mitgliedern überwinden. nette story aber die hätten doch in hollywood nachfragen sollen, dann wäre sie nicht so seicht.
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wolfi schrieb: am 2. Mai 2011 um 17:30:24
(0) (0) laden
...und in deutschland wird nächste woche eine deutsche politikerin schein-heilig gesprochen

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Ranger schrieb: am 2. Mai 2011 um 17:30:08
(0) (0) Navy Seal
Richtig so, glatt durch den Kopf. Keine Kompromisse und nicht lang gefackelt. Ein büschel Haare und ab kopfüber ins Meer. So
können seine Anhänger nun tachen um Ihn zu sehen. Dann richten Sie hier keinen Scheden an wenn sie schwimmen. Ich hätte Ihn beim Flug ins Meer noch richtig gefackelt. Und scheiss auf irgendwelche Rechte. Der Typ hat sich auch nicht gekümmert. Sollen bloß die grünen jetzt das Maul halten und sonst irgendwas quatschen. E Ruh iiss.
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