20.04.2011, 11:14 Uhr
Arbeitsministerin von der Leyen nimmt in Nürnberg an einer Kinder-Übungsstunde bei den Nürnberger Symphonikern teil. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Wegen der Anlaufschwierigkeiten beim Bildungspaket für bedürftige Kinder will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nun alle betroffenen Familien schriftlich auf die Angebote hinweisen. "Bildung der Kinder ist der Weg aus Hartz IV. Das wissen die allermeisten Eltern, aber nicht alle sind darin geübt, die richtigen Angebote zu finden", sagte sie der "Passauer Neuen Presse".
"Deswegen halte ich es für richtig, jede Hartz-IV-Familie einzeln anzuschreiben." Schließlich gehöre das Bildungspaket ebenso zum Existenzminimum der Kinder wie Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Die Verwaltung müsse zwar aktiv auf die Eltern zugehen, allerdings müssten auch die Erziehungsberechtigen ihren Teil der Verantwortung wahrnehmen.
Die neue Hartz-IV-Regelung für Langzeitarbeitslose und deren Familien war erst Ende März in Kraft getreten. Es sind aber für die ersten drei Monate dieses Jahres rückwirkende Anträge möglich. Nach dem gültigen Gesetz wäre die Frist dafür Ende April abgelaufen. Allerdings sollen laut einer Umfrage von "Spiegel Online" erst zwei Prozent der Berechtigten in Großstädten Anträge gestellt haben. Von der Leyen will daher die Frist verlängern. Zugleich will die Ministerin bei einem Runden Tisch mit Kommunen und Ländern an diesem Donnerstag in Berlin über die Anlaufschwierigkeiten der neuen Bildungshilfen sprechen.
Anspruch auf die Zusatzleistung hätten 2,5 Millionen Berechtigte. Das Paket verspricht Zuschüsse für Schulmaterial, warme Mittagessen in Schule und Kita, Nachhilfe und Freizeitaktivitäten. Von der Leyen sagte mit Blick auf die Eltern: "Sie sind ja in der Lage, ihren Hartz-IV-Regelsatz und die Mietkosten zu beantragen, warum sollen sie keinen Antrag für das Bildungspaket der Kinder stellen können?" Bei der Umsetzung des Bildungspakets sieht von der Leyen aber auch Lehrer, Kita-Erzieher oder Vereinsmitglieder in der Pflicht - alle müssten mithelfen.
Unterdessen kritisierte der Präsident des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, erneut die Umsetzung des Bildungspakets. Jugendhilfe funktioniere so nicht, sagte Schneider im ZDF-"Morgenmagazin": "Man hat sich hier ganz dem ministerialbürokratischen Denken unterworfen: Wenn jemand was will, dann soll er kommen und einen Antrag stellen - so klappt es einfach nicht." Jeder in der Jugendhilfe wisse, dass man die Kinder und Jugendlichen an den Schulen, in den Kitas, in den Jugendzentren und auf der Straße abholen müsse. "Dann kommen wir an die Kinder und Jugendlichen ran, aber bestimmt nicht, indem man irgendwo einen Antrag an die Wand nagelt und sagt: Füll mal aus", so Schneider.
Quelle: dapd , dpa
FB schrieb:
am 20. April 2011 um 21:33:39
(0)
(0)
Von der Leyen will Hartz-IV-Familien anschreiben
Die zuständigen Behörden sollten den Betroffenen direkt beim Ausfüllen der Formulare
helfen. Warum helfen Sie nicht ?
Ist einfacher erspart Rückfragen , Kopien,..
mehr
Kommentar melden
Kalle schrieb:
am 20. April 2011 um 21:27:23
(0)
(0)
Leyen
Die Tante wird das Geld nicht los und kann somit nicht sagen wir haben die armen Kinder unterstützt.
Kommentar melden
dresdner schrieb:
am 20. April 2011 um 21:26:43
(0)
(0)
Bildungspaket
Warum erklären die meisten Medien eigentlich immer nur, dass Hartz4 - Empfänger davon profitieren? Auch Wohngeldempfänger
können davon profitieren und Kindergeldzuschlagsempfänger auch!!! Vielleicht erklärt das eine Informationslücke!!! Zuschüsse, z.B. für Klassenfahrten gab es für Hartz4 - Empfänger schon länger! Ach und an alle Beschimpfer von ALG2-Empfängern, da gibt es sehr viele Eltern, die beide voll arbeiten und dennoch auf Unterstützung angewiesen sind! LG
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video