14.06.2011, 14:39 Uhr
Auf der Facebook-Seite forderten 14.000 User die Freilassung der fiktiven Bloggerin (Foto: Screenshot t-online.de)
Die lesbische Bloggerin Amina Arraf aus Syrien, die in der ganzen Welt Aufsehen erregte, hat nur in der Fantasie eines 40-jährigen Amerikaners existiert. Der in Schottland lebende Student räumte jetzt ein, dass er sich die Geschichten und Erlebnisse nur ausgedacht hat, die er unter dem Namen Arraf veröffentlichte. Er habe damit die Aufmerksamkeit auf die Vorgänge in dem nahöstlichen Land lenken wollen, erklärte der Blogger, der eigentlich Tom MacMaster heißt.
Der Blog über das angebliche Leben einer lesbischen, syrisch-amerikanischen Frau in Damaskus hatte schon kurz nach dem Start im Februar international für Aufmerksamkeit gesorgt. Neben Videoclips und erotischen Gedichten war die Geschichte über eine Kindheit in Virginia und das tägliche Leben als lesbische Frau in Damaskus zu lesen. Viele hielten den Blog für einen authentischen Bericht aus einem Land, aus dem nur schwer Informationen zu bekommen sind.
Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP stand sogar in Kontakt mit einer Person, die angab, Arraf zu sein. Ihre Berichte schienen die Geschichte einer Frau zu sein, die die gewaltsamen Ereignisse in Syrien selbst miterlebt. Am 6. Juni hieß es in einem Post auf der Site von Arraf, der angeblich von einem Cousin stammte, sie sei von Bewaffneten verschleppt worden. Im Internet wurde sofort Alarm geschlagen. Die Seite "Free Amina Arraf" auf Facebook fand sofort 14.000 Anhänger. Das US-Außenministerium kündigte an, die Identität der Frau zu klären.
Spätestes da wurde es für MacMaster eng. Im Internet hatten aber zuvor auch schon einige Zweifel geäußert, ob es Arraf wirklich gibt. Und in Virginia, wo Arraf aufgewachsen sein soll, fanden sich keinerlei Spuren. Auch gab es offenbar niemanden, der Arraf je persönlich kennengelernt hatte. Dann fanden einige Interessierte heraus, dass die IP-Adresse von Arraf zur Universität von Edinburgh in Schottland gehört und von MacMaster genutzt wurde.
Schließlich meldete sich noch eine Britin und erklärte, auf den Fotos von "Amina" auf Facebook sei sie zu sehen. Den Diebstahl der Bilder habe sie erst bemerkt, als sie sich in einer Zeitung gesehen habe. MacMaster stritt zunächst trotzdem alles ab und entschuldigte sich erst am Sonntag in Aminas Blog.
Aber MacMaster ist nicht der einzige Mann, der sich als Bloggerin ausgibt oder ausgegeben hat. Wie die Zeitung "Washington Post" berichtet, handelt es sich auch bei der Bloggerin "Paula Brooks" um einen Mann, und zwar einen 58-jährigen ehemaligen Angehörigen der US-Luftwaffe namens Bill Graber. Als Paula Brooks hatte er einige der Äußerungen von Arraf auf einer lesbischen Nachrichtenseite verbreitet. Auch Graber entschuldigte sich und erklärte, er habe mit dazu beigetragen, MacMaster zu enttarnen.
Quelle: dpa
www schrieb:
am 14. Juni 2011 um 18:24:42
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Wahrheit
In de letzten 70 Jahren wurde der Welt viel Propaganda als Wahrheit untergejubelt. Und wir glauben ja alles. Manches kann man aber
allein durch nachdenken als Lügen erkennen.
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das omen schrieb:
am 14. Juni 2011 um 17:08:38
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nicht ganz geheuer
das internet ist mir eh nicht ganz geheuer. alles zu unpersönlich und offen für tricksereien ohne ende.
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D.S. schrieb:
am 14. Juni 2011 um 15:56:57
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so funktioniert westlich Propaganda
Wer glaubt denn da an einen "böse Jungen Streich"?!Die Tatsache,das es nicht gleich aufgedeckt
wurde,sagt doch schon alles!WIE wurde denn der Irak-Krieg gerechtfertigt?Mit einem BND-"Informanten" der sich ALLES ausgedacht hatte und dafür jahrelang von uns bezahlt wurde!Noch heute lebt er unbehellig,ungestraft in Deutschland!Unfassbar!
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