Unfreundliche Begegnung mit dem Affen Pedro: Berlins Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz (Foto: dpa)
Tiere mag der Berliner Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz grund- sätzlich schon - Affen jedoch zählt er nicht zu seinen Lieblingstieren. Und sie werden es nun wohl auch nicht mehr werden: Ein Schimpanse hat dem 55-Jährigen einen Zeigefinger abgebissen.
Blaszkiewitz wollte "Pedro" bei einer Führung Futter durch die Gitterstäbe geben, sagte eine Zoo-Sprecherin. Der Schimpanse zog prompt den rechten Arm seines Chefs durch das Gitter und biss einen größeren Teil des Zeigefingers ab.
Ärzte im Unfallkrankenhaus Marzahn versuchten, den Finger wieder anzunähen. Das Ergebnis der OP ist noch nicht bekannt. "Es gibt eine Chance für den sehr zerstörten Finger, aber sie ist nicht sehr groß", sagte der Chefarzt und Chirurg Andreas Eisenschenk in einer Operationspause. Zwar sei die Bisswunde recht glatt, aber es gebe eine sehr große Infektionsgefahr. "Durch den Schimpansen sind da Keime im Spiel, die wir teilweise gar nicht beherrschen können." Das Krankenhaus ist spezialisiert auf Brandopfer und schwierige Transplantationen von abgetrennten Gliedmaßen.
Mehrstündige komplizierte Operation
Die Operation habe um 14.30 Uhr begonnen, berichtete Eisenschenk. "Aber bis 21 Uhr wird es sicher dauern. Es ist sehr schwierig und kompliziert, all die winzigen Gefäße und Nerven wieder zu verbinden." Die Ärzte mussten zunächst entscheiden, ob ein Annähen überhaupt noch möglich sei. Nach gründlicher Überlegung wollen sie aber zumindest versuchen, den Finger zu retten.
Mit Fassung getragen
Schimpansen sind nach Angaben der Zoo-Sprecherin durchaus gefährlich. Sie räumte ein, dass sich Blaszkiewitz wohl unvorsichtig verhalten und selber die üblichen Anweisungen nicht beachtet habe. Für alle Tierpfleger gelte sonst, den Tieren nicht zu nahe zu kommen. Blaszkiewitz habe den Unfall aber mit Fassung getragen, sagte sie: "Er war nicht aufgeregter, als wenn ihm jemand auf den Fuß getreten hätte."