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Berliner S-Bahn-Kontaktbörse boomt
12.02.2008, 11:26 Uhr | Von Deborah Cole, AFP
Eine neue Liebe lässt sich jetzt auch in Bus und Bahn finden (Quelle: t-online.de)Ein scheuer Blick an der Haltestelle, ein kleines Lächeln an der Endstation - Bus und Bahn eignen sich prima zum Flirten. Doch was, wenn der Mitreisende ausgestiegen ist, ehe man ihm seine Telefonnummer zustecken konnte? Für solche Fälle bieten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) seit dem Valentinstag vergangenen Jahres die Internet-Kontaktbörse "Augenblicke". Das kostenlose Angebot boomt und lässt Online-Partnervermittlungen und Single-Partys alt aussehen.
Suche im Internet
Mehr als eine Million Mal wurde die Internetseite www.bvg.de/augenblicke zwischen Februar und Ende Dezember 2007 angeklickt. Das Prinzip ist simpel. Wem nach einem Bus- oder Bahnflirt Schmetterlinge im Bauch herumflattern, der kann unter einem Pseudonym eine Nachricht für den Unbekannten hinterlassen. Diese wird dann je nach Ort der Begegnung - also Bus, Straßenbahn oder U-Bahn - aufgeführt. Fühlt sich jemand angesprochen, kann er über ein persönliches Profil antworten und dann jenseits des Forums mit dem Verehrer mailen.
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Magische Momente
Die Einträge reichen von urkomisch bis herzzerreißend. So schwärmt etwa der Passagier "Kurzhaarstino" von einer "Dreadlock-Fee", die mit schwarzen Klamotten und Aktenkoffer in die S42 stieg. "Was für ein Auftritt. Ich war der mit der khakifarbenen Jacke, komischer Brille und kurzgeschorenen Haaren, fast 'ne halbe Waggonlänge entfernt." "Grünauge" wurde in einem Pendlerzug von Amors Pfeil getroffen. "Du warst mit einem Blumenstrauß unterwegs. Wir stiegen beide am S-Bahnhof Friedrichstraße in die S2 Richtung Bernau, und als ich saß, spürte ich plötzlich deinen Blick, der mich festhielt, als ich dich ansah, und ich konnte weder weg- noch hinsehen und musste lächeln. Es waren magische Momente, unglaublich."
Keine Chance mehr verpassen
BVG-Sprecher Klaus Wazlak kann wegen der Anonymität der Kommunikation nicht genau sagen, von wem "Augenblicke" genutzt wird und wie hoch die Erfolgsquote ist. "Von der Sprache her und wie sich die Leute beschreiben, sind es in erster Linie Jugendliche", sagt er. Der Anstoß sei von den Fahrgästen selbst gekommen. "Leute haben uns erzählt, wenn sich zwei in der U-Bahn anlächeln und dann steigt einer aus, dann ist die Chance weg." Wazlak vermutet viele Happy Ends. Aber er würde schon gerne wissen, ob sich ein Pärchen richtig gefunden hat. Soweit man bei der BVG weiß, gibt es weltweit kein anderes Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs, das sich auf diese Weise der einsamen Herzen annimmt.
Flirten in der Deutschen Bahn
Auch die Bahn unterstützt die Partnersuche ihrer Reisenden. Hier wird aber nicht nachträglich im Internet geflirtet, sondern direkt im Zug. Am Valentinstag können Singles sich im Flirt-Express auf Partnersuche begeben. Die Deutsche Bahn AG startet diese bundesweite Kennlernaktion in 15 Städten. Während rund zwei Stunden Zugfahrt sitzen sich jeweils zwei Singles im Flirt-Express gegenüber. Im Fünf-Minuten-Takt wechseln die Teilnehmer Platz und Gesprächspartner. Wenn es bei zwei Singles funkt, schickt die Bahn ihnen später die Kontaktdaten zu.
Quelle: dpa
, AFP
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