Bei einer Therapiesitzung in Berlin-Hermsdorf ist am Samstag ein Mann getötet worden. Elf weitere Menschen erlitten durch die Einnahme bisher unbekannter Substanzern teils schwere Vergiftungen. Die Verletzten befänden sich im Krankenhaus, zwei lagen am Abend im Koma. Das teilte die Polizei mit. Die Mordkommission werde ermitteln, hieß es.
In der Praxis sollen nach Angaben der Ermittler Amphetamine und Morphium verabreicht worden sein. Die Opfer hätten unbekannte Substanzen eingenommen. Die Polizei hatte zunächst von zwei Toten gesprochen.
Offenbar Medikamente gespritzt
Bei der Gruppensitzung in einer psychotherapeutischen Praxis verabreichte der Therapeut offenbar Medikamente per Spritze, berichtet die "Berliner Morgenpost" auf ihrer Website.
"Hilfe bei spirituellen Krisen"
Der 50 Jahre alte Arzt sei als Tatverdächtiger festgenommen worden, so die Polizei. Auf dem Praxisschild bietet der Arzt Suchttherapie und "Hilfe bei spirituellen Krisen" an. Nach Angaben von Nachbarn ist die Familie des Therapeuten zu Jahresanfang in das Haus eingezogen. Wo sich die Kinder der Familie aufhalten, war unklar, ebenso, ob die Frau des Arztes und Praxis-Mitinhaberin an der Sitzung beteiligt war.