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Köhler dankt Kohl, Bush und Gorbatschow für Einheit
13.11.2009, 09:47 Uhr
Altkanzler Helmut Kohl sitzt nach einem schweren Sturz im Rollstuhl (Foto: ddp)Gipfeltreffen der Einheitsväter in Berlin: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer haben sich der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und die früheren Staatschefs der Sowjetunion und der USA, Michail Gorbatschow und George Bush senior, in Berlin wieder getroffen.
Bundespräsident Horst Köhler dankte den Staatsmännern bei einer Festveranstaltung im Friedrichstadtpalast für eine "Sternstunde" der Geschichte. Kohl rief die Deutschen dazu auf, stolz auf die deutsche Einheit zu sein. An der von der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstalteten Feier nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie zahlreiche weitere hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland teil.
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Köhler: Zeichen der Hoffnung
Köhler nannte es "ein Zeichen der Hoffnung und der Ermutigung", dass Kohl, Bush und Gorbatschow 20 Jahre nach dem Mauerfall in Berlin wieder zusammenkommen. "Die Freiheitsliebe der Völker, die friedlichen Revolutionen von 1989 und die Staatskunst dieser drei Männer haben für Millionen Menschen Türen und Tore aufgestoßen", sagte er.
Kohl würdigt Partner
Kohl würdigte Gorbatschow und Bush als die wichtigsten Partner Deutschlands in der Wendezeit. Er sei froh, dass das Wiedersehen nach all den Jahren zu Stande gekommen sei, sagte der Ex-Kanzler, der inzwischen an den Rollstuhl gefesselt ist. Der 79-Jährige war im vergangenen Jahr schwer gestürzt und erst im Mai dieses Jahres wieder öffentlich aufgetreten. "Ich war gar nicht sicher, ob ich noch mal so einen Auftritt habe", sagte der CDU-Politiker.
Wenige Auftritte
Es war einer der wenigen öffentlichen Auftritte Kohls seit längerer Zeit. Er wirkte sichtlich angeschlagen und hatte Mühe, sich zu artikulieren.
Mut der Menschen
Für die friedliche Wiedervereinigung sei der Mut der Menschen ebenso notwendig gewesen wie die Unterstützung der Nachbarn, betonte Kohl. "Das ist nicht vom Himmel heruntergefallen." Ihn selbst erfülle es mit Stolz, was damals geschehen sei. "Ich habe nichts Besseres, als stolz zu sein auf die deutsche Einheit."
In den Herzen der Menschen
Bush betonte, dass die historischen Ereignisse nicht nur in den Hauptstädten stattgefunden hätten, sondern auch in den Herzen der Menschen, die so lange auf die Achtung ihrer Rechte hätten warten müssen.
Irritation durch Gorbatschow
Gorbatschow sorgte mit seiner Rede für einige Irritationen. Zunächst lobte er die DDR für ihre Rolle bei der Annäherung von Ost- und Westeuropa in den Zeiten des Kalten Krieges. "Über die DDR haben wir ein Fenster nach Deutschland geöffnet", sagte er. Dann empfahl er den USA einen grundsätzlichen gesellschaftlichen und politischen Wandel. "Sie brauchen eine Perestroika", sagte er zu Bush.
Quelle: dapd