
22.01.2012, 18:30 Uhr
Es ist ein Schlüsselereignis der bundesdeutschen Geschichte: 1967 wurde bei einer Demonstration der Student Benno Ohnesorg erschossen. Offenbar gezielt - das haben jetzt Recherchen von Ermittlern und "Spiegel"-Redakteuren ergeben. Die Polizei deckte den Schützen Karl-Heinz Kurras; sogar die Leiche des Opfers wurde manipuliert.
Die West-Berliner Polizei hat offenbar die Hintergründe des tödlichen Schusses auf den Studenten Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien am 2. Juni 1967 vertuscht. Damit wurde der Kriminalbeamte Karl-Heinz Kurras, der Ohnesorg erschossen hatte, geschützt. Neue Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und Recherchen des "Spiegel" haben ergeben, dass Kurras den Schuss offensichtlich unbedrängt aus nächster Nähe und umgeben von mehreren Polizisten abgegeben hat.
Kurras hatte sich dagegen bisher stets auf Notwehr berufen und beteuert, er sei von Demonstranten mit Messern bedroht worden. Eine neue Auswertung alter Filme und Fotos mittels hochauflösender Abtastung zeigt hingegen, dass dies nicht den Tatsachen entspricht.
Auf einer bislang unbekannten Filmsequenz, die von einem SFB-Team gedreht wurde, sieht man einen Mann mit ruhigen Schritten in Richtung Ohnesorg gehen, während sich in seiner Hand ein pistolenförmiger Gegenstand abzeichnet. Die Ermittler stellten dazu fest: "Die Konturen legen dabei nahe, dass es sich um Kurras handelt."
Der am Ort des Geschehens im Innenhof eines Hauses der Berliner Krumme Straße verantwortliche Einsatzleiter, der Staatsschutzbeamte Helmut Starke, hatte als Kurras' Vorgesetzter erklärt, er habe den Schützen erst erheblich später gesehen. Nun zeigen Fotos den leitenden Beamten der Berliner Polizei wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Kurras aus kurzer Distanz den Schuss abgefeuert hat. Den Aussagen Starkes widerspricht insbesondere ein weiteres Foto, das jetzt im "Spiegel" erstmals vollständig veröffentlicht wird: Es zeigt nicht nur Starke und den verwundet am Boden liegenden Ohnesorg, sondern in unmittelbarer Nähe auch den Todesschützen Kurras.
Auf einem weiteren bislang unbekannten Bild ist die Situation der Schussabgabe zu sehen. Dabei stützt sich Kurras mit der linken Hand auf einen Kollegen der Polizei, während er mit der rechten Hand schießt. Der Name des Kollegen ist offenbar gezielt aus den Akten herausgehalten worden, er wurde nie vernommen. Ebenfalls nicht vernommen wurden drei Schutzpolizisten, die wahrscheinlich noch nach dem tödlichen Treffer auf den bereits am Boden liegenden Ohnesorg eingeprügelt hatten. Ihre Namen sind bis heute nicht ermittelt.
Der makaberste Akt der Vertuschung ereignete sich im Krankenhaus Moabit: Dort entfernten Ärzte Schädelteile um das Einschussloch herum und nähten die Kopfhaut wieder zu. Im Totenschein ist als Todesursache angegeben: "Schädelverletzung durch stumpfe Gewalteinwirkung." Dies, so sagte jetzt der Arzt, der den Schein ausstellte, dem "Spiegel", habe er "nicht aufgrund eigener Feststellungen, sondern auf Anweisung meines damaligen Chefs gemacht."
Der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele reagierte geschockt auf die Ermittlungsergebnisse: "Es ist schlimmer als das Übelste, was wir damals vermuteten, so weit ging unsere Phantasie nicht", so der Grünen-Politiker. Ströbele sieht einen "hinreichenden Verdacht, dass es sich bei der Erschießung von Benno Ohnesorg um eine vorsätzliche Tat mit Tötungsabsicht gehandelt habe".
Quelle: Spiegel Online
Gustav schrieb:
am 22. Januar 2012 um 19:14:34
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Polizei vertuschte Hintergründe
Das gleiche scheint mir auch der Fall bei den beiden toten Rechtsradikalen im Wohnwagen zu sein. Die Spuren
lagen dort wie auf einem silbernen Teller.
Mussten die beiden sterben, weil einige möchten, dass endlich die NPD verboten wird ?? Ich weiß nicht, das stinkt dort gewaltig. Manchmal denke ich, die beiden wurden von V-Männern getötet.
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Jooo schrieb:
am 22. Januar 2012 um 19:14:34
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Polizei
Na die Polizei hat früher schon alles so verdreht wie es ihr gepasst hat und dafür gesorgt, dass sie möglichst gut da steht und
hat auch damals schon dafür gesorgt, dass keinem ihrer Kollegen aufgrund von Fehlern jedlicher Art ein Schaden wiederfährt und ihre Kollegen gedeckt. Das war damals schon normal und ist auch heute normal. Die Polizei....dein Freund und (HIN)Helfer!
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egal schrieb:
am 22. Januar 2012 um 19:13:19
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(32)
Vertuschung
Egal ob West oder Ost - die haben alle Dreck am stecken
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