14.10.2010, 16:33 Uhr
Victor Hissel, Symbolfigur im Kampf gegen Kindesmissbrauch, soll selbst Kinderporno-Bilder angesehen haben (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der frühere Anwalt der Eltern zweier Opfer des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux ist wegen Besitzes von Kinderporno-Bildern verurteilt worden. Ein Gericht in Lüttich verurteilte Victor Hissel jetzt zu zehn Monaten Gefängnis.
Der Mann, der als Symbolfigur im Kampf gegen Kindesmissbrauch galt, hatte demnach zwischen 2005 und 2008 rund 7500 Bilder kinderpornographischen Inhalts angesehen.
Die Anwälte Hissels machten geltend, er habe lediglich die "Vorschauen" konsultiert und nicht die eigentlichen Bilder heruntergeladen. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht, ließ den Mann aber nach Angaben belgischer Medien zunächst auf freiem Fuß. Er kann das Urteil anfechten.
Victor Hissel hatte in einem Prozess gegen Dutroux die Eltern von Julie und Mélissa vertreten. Die beiden acht Jahre alten Mädchen waren 1996 tot in einem Haus von Dutroux gefunden worden.
Das Verfahren, bei dem es auch um weitere Fälle ging, endete 2004 mit der Verurteilung von Dutroux zu lebenslanger Haft. Ihm wurde unter anderem die Entführung von Julie und Mélissa, der Missbrauch und eine Mitschuld an ihrem Verhungern in seinem Kellerverlies nachgewiesen.
Die Enthüllungen über die angeblichen eigenen pädophilen Neigungen Hissels schockierten Belgien. Sein Sohn griff ihn darauf hin im Frühjahr 2009 mit einem Messer an und verletzte ihn schwer.
Quelle: AFP
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