14.02.2012, 10:46 Uhr
Tübingen (dpa) - Sie sollen einen Bekannten mit Benzin übergossen und angezündet haben: Ein Ehepaar steht dafür seit Dienstag wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass sie ihr Opfer so schmerzvoll wie möglich umbringen wollten - aus Rache. Denn die mutmaßlichen Täter beteuern, dass ihr Opfer sie vorher jahrelang selbst gequält hat.
Tatort war die Moschee in Reutlingen. Täter und Opfer waren dort regelmäßig gemeinsam beten gegangen, ihre Kinder verbrachten oft ihre Freizeit in dem Gebäude. Am 28. Mai 2011 eskalierte ausgerechnet in dem Gotteshaus ein jahrelanger Streit.
Der 39-Jährige ging mit den Fäusten auf sein 38-jähriges Opfer los. Dann kam die Ehefrau des 39-Jährigen. Laut Anklage rief sie noch: "Er hat es verdient. Ich will ihn anzünden, damit ich ihn loswerde." Danach soll sie einen Kanister mit Benzin über den 38-Jährigen gegossen, zu einem Feuerzeug gegriffen und ihn angezündet haben. Die Haare und T-Shirt des Mannes brannten lichterloh - nur weil andere Moscheebesucher ihm sofort aus seiner brennenden Kleidung halfen, überlebte er schwer verletzt.
Die Richter der Schwurgerichtskammer müssen nun ein kompliziertes Geflecht aus Vorwürfen, Anschuldigungen und Emotionen entwirren. Es geht um Ehre, Ehrlosigkeit und wohl auch um Selbstjustiz. Die 37-Jährige und ihr 38-jähriges Opfer hatten laut Staatsanwaltschaft jahrelang ein sexuelles Verhältnis. Doch während der 38-Jährige von einer einvernehmlichen Beziehung spricht, wirft die 37-Jährige ihm vor, sie immer wieder vergewaltigt zu haben. Dann habe er Fotos von ihr gemacht und sie damit erpresst.
Als ihr Ehemann von den angeblichen Vergewaltigungen erfuhr, war er den Ermittlungen zufolge außer sich, stellte den 38-Jährigen immer wieder zur Rede. Den Namen des Mannes will er nicht mehr in den Mund nehmen, vor Gericht spricht er immer nur von "diesem ehrlosen Menschen".
Als seiner Frau und ihm dann auch noch der Verdacht gekommen sei, dass der 38-Jährige sich an ihren Kindern vergreife, seien sie im vergangenen Mai in die Moschee gefahren. Dann sei es zu der Schlägerei gekommen. Das sei aber auch alles, was er zu verantworten habe, beteuerte der 39-Jährige in einer Erklärung, die sein Anwalt vorlas. Den Vorwurf des versuchten Mordes weist er weit von sich und macht allein seine Frau dafür verantwortlich. Er habe nicht einmal geahnt, was sie mit dem Benzinkanister vorgehabt habe, sagte er.
Die Ehefrau selbst wird am kommenden Freitag ihre Version der Ereignisse erzählen. Die Staatsanwaltschaft jedenfalls schenkte den Unschuldsbeteuerungen des 39-Jährigen bislang keinen Glauben.
Ein Urteil wird die Schwurgerichtskammer am Tübinger Landgericht frühestens im März verkünden. Weil beide Angeklagte nur schlecht Deutsch sprechen und alle Fragen und Antworten übersetzt werden müssen, geriet der Zeitplan schon am ersten Verhandlungstag ins Wanken.
Quelle: dpa
Alex!! schrieb:
am 14. Februar 2012 um 15:41:15
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Schlimmer als die Hölle
Ich hab mich mal am Backofen verbrandt. Da sagte meine Innere Stimme: So heiß ist die Hölle! Der Backofen war nur
230 C+ heiß. Das ist schon schlimm genug, wenn man sich nur mal die Sauna bei 80 C+ vorstellt. Brennendes Benzin ist viel heißer. Somit war die obige Gemeinheit, jemanden mit Benzin zu übergießen und anzuzünden, schlimmer als die Hölle!!!
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