20.09.2011, 14:46 Uhr
Türkei drängt auf eine Vollmitgliedschaft in der EU Staatspräsident Abdullah Gül traf sich zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat laut Presseberichten im Zusammenhang mit der Bombendrohung vor seiner Rede in Berlin mit dem sofortigen Abbruch seines Deutschland-Besuchs gedroht. Nach der Bombendrohung gestern an der Humboldt-Universität habe die deutsche Seite darauf gedrungen, Güls Rede ganz abzusagen, meldeten türkische Zeitungen. Gül habe dies zurückgewiesen: "Entweder halte ich diese Rede, oder ich kehre sofort in die Türkei zurück", wurde er zitiert. Die Ansprache fand schließlich mit zweistündiger Verspätung statt.
Der türkische Präsident machte den Berichten zufolge Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Verzögerung und die Bombendrohung verantwortlich. Er werde sich aber "nicht dem Terror beugen", betonte er. Wenn er auf seine Rede an der Universität verzichtet hätte, wäre das ein Erfolg für radikale Kräfte gewesen, die sich dadurch ermutigt gefühlt hätten.
Gül hielt an der Universität die sogenannte Humboldt-Rede zu Europa. Die Bombendrohung sei 15 Minuten vor dem geplanten Beginn der Rede über den Polizeinotruf eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Das Audimax sei daraufhin geräumt worden. Experten fanden jedoch keinen Sprengsatz, so dass die Zuhörer wieder in das Gebäude gelassen werden konnten.
Bundespräsident Christian Wulff dankte Gül dafür, dass er seine Rede trotz der Drohung gehalten habe - "weil wir es allesamt nie zulassen dürfen, dass irgendjemand irgendwie oder durch irgendeinen Anruf andere Menschen verängstigt und dann sein Ziel, dass eine Veranstaltung nicht durchgeführt werden kann, erreicht". Nach Angaben der Polizei war vor dem geplanten Auftritt telefonisch eine Drohung eingegangen, die als ernstzunehmend eingestuft wurde.
Die Rede des türkischen Präsidenten verzögerte sich. Nach Polizeiangaben wurde die Drohung als ernsthaft eingestuft. zum Video
Am zweiten Tag seines Staatsbesuches traf der türkische Präsident heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Merkel äußerte ihre Sorge über die jüngsten Spannungen zwischen Israel und der Türkei. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, die beiden Politiker hätten die ganze Bandbreite der deutsch-türkischen Beziehungen erörtert. Sie sprachen auch über die jüngsten Entwicklungen in Nordafrika und der arabischen Welt.
Beim umstrittenen Thema des türkischen EU-Beitritts hätten beide Seiten bei dem Treffen im Kanzleramt ihren Standpunkt dargelegt. Gül hatte am Montag zum Auftakt seines Staatsbesuchs den Wunsch seines Landes nach einer Vollmitgliedschaft in der EU bekräftigt. Merkel hat der Türkei hingegen nur eine "strategische Partnerschaft" angeboten. Das lehnt die Türkei ab.
Merkel und Gül erörterten auch die Lebenssituation türkischstämmiger Bürger in Deutschland. Beide waren sich einig, dass das möglichst frühzeitige Erlernen der deutschen Sprache ein Schlüssel für bessere Integration ist. Gül hatte zuvor das deutsche Einwanderungsrecht kritisiert. Dieses verpflichtet aus der Türkei nachfolgende Ehepartner zum Erlernen der deutschen Sprache.
Nach dem Gespräch im Kanzleramt reiste Gül mit Bundespräsident Christian Wulff weiter in dessen Heimatstadt Osnabrück. Damit revanchierte sich Wulff für eine Einladung des türkischen Staatspräsidenten im vergangenen Jahr in dessen zentralanatolischen Geburtsort Kayseri.
Bei ihrer Ankunft am Rathaus wurden sie von mehreren Hundert Schaulustigen unter großem Beifall begrüßt. Es folgte ein Bad in Menge. Am Rande protestierten Anhänger des inhaftierten Abdullah Öcalan, Führer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Der Jubel der Schaulustigen übertönte jedoch die Protestrufe.
Nachdem sich die Staatsoberhäupter und ihre Gattinnen ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatten, zeigte Wulff seinem Amtskollegen die Marienkirche und den Dom. Im Anschluss zogen sie sich zu einem Mittagessen in ein Restaurant der Osnabrücker Altstadt zurück.
Zum Auftakt seines Besuches hatte Gül die deutsche Visapflicht für Türken und das Einwandererrecht kritisiert. Die Visapflicht etwa für türkische Geschäftsleute nannte er ein Hindernis für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Wulff sprach sich für Erleichterungen aus. Die Bundesregierung sollte Verbesserungsmöglichkeiten prüfen und umsetzen, sagte Bundespräsident Christian Wulff beim Deutsch-Türkischen Handelsforum 2011 in Berlin. Deutschland wolle die Nummer Eins im Handel mit der Türkei bleiben.
Quelle: dpa , AFP
oberlausitz schrieb:
am 20. September 2011 um 12:31:09
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Türkei
Wer als Gast hier sein darf, sollte sich mit den Gepflogenheiten des Gastlandes vertraut machen. Aber diese Unverschämtheiten gehen
sogar bei einem Staatsbesuch weiter. Enweder oder. Bei allem Respekt, keine Türkei in die EU- wir öffnen Tür und Tor der Unterwanderung. Ich bin ein Völkerfreund-aber vor Jahren hat einer, der es wissen muss, im Fernsehen gesagt, er kenne keinen muslimischeren Staat als Deutschland- es geht vorwärts- bald haben sie uns. Es sollte uns zu denken geben--Freundschaft ja
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ich schrieb:
am 20. September 2011 um 12:26:17
(1620)
(117)
Gül Eklat Berlin
Wen interessiert die Rede des türkischen Ministerparäsidenten in diesem Land ? Mich jedenfalls überhaupt nicht. Hätte
ruhig heimfahren können. Kann dort erst mal für demokratische Verhältnisse sorgen.
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türke schrieb:
am 20. September 2011 um 12:24:48
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(103)
Türkei
Müssen sich die Deutschen immer beugen und warum zeigen wir nicht, dass es auch andere Meinungen gibt und geben darf. Wenn jemand
wieder nach Hause fahren möchte, dann bitte, "you never cam back"
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