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Beate Klarsfeld: Linke will offenbar Nazi-Jägerin als Bundespräsidentin

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Linke schicken womöglich Beate Klarsfeld gegen Gauck ins Rennen

23.02.2012, 10:18 Uhr

Laut ihres Ehemanns wäre Beate Klarsfeld zur Kandidatur bereit

Laut ihres Ehemanns wäre Beate Klarsfeld zur Kandidatur bereit

Die Linke will offenbar die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld gegen Joachim Gauck in das Rennen um das Bundespräsidentenamt schicken. Eine Bestätigung der Parteispitze steht noch aus, die 73-jährige Klarsfeld erklärte sich über ihren Mann aber bereits zur Kandidatur bereit. Eine Entscheidung soll eine Spitzenrunde der Linken am Donnerstag treffen.

"Meine Frau steht als Kandidatin zur Verfügung", sagte Klarsfelds Ehemann Serge Klarsfeld den Zeitungen der "WAZ"-Mediengruppe. Eine Sprecherin der Linken bestätigte ein Gespräch zwischen Parteichefin Gesine Lötzsch und der 73-Jährigen. Es werde aber auch mit anderen möglichen Bewerbern gesprochen.

Die Partei stellt rund zehn Prozent der Wahlleute in der Bundesversammlung, die am 18. März das Staatsoberhaupt wählt. Mit dem Kabarettisten Georg Schramm, der aus den Reihen der Jugendorganisation der Linken ins Gespräch gebracht worden war, hatte ein erster potenzieller Kandidat am Mittwoch abgesagt. Die Parteispitze hatte eine Nominierung des 62-jährigen Saarländers auch nie ernsthaft in Erwägung gezogen, obwohl Ex-Parteichef Oskar Lafontaine von einem "interessanten Vorschlag" sprach.

Eine Ohrfeige machte sie berühmt

Mit Klarsfeld ist nun eine Kandidatin im Gespräch, die schon eher Potenzial hat, die eine oder andere Stimme aus anderen Parteien zu ergattern - und das ist das erklärte Ziel der Linken. Berühmt wurde Klarsfeld durch eine Ohrfeige im Jahr 1968. Im Alter von 29 Jahren schlug sie auf einem CDU-Parteitag Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger ins Gesicht, weil der früher Mitglied der NSDAP war.

Später bemühte sich die gebürtige Berlinerin letztendlich erfolgreich um die Auslieferung des in Bolivien lebenden ehemaligen Gestapo-Chefs von Lyon, Klaus Barbie. Nach der Verurteilung Barbies in Frankreich sprach sie vom "wichtigsten Ergebnis ihrer zahlreichen Aktionen".

Ihr Mann Serge Klarsfeld sagte der WAZ-Mediengruppe, ein Duell mit Gauck habe vor allem wegen der unterschiedlichen Rollen der beiden bei der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit ihren Reiz. Gauck stehe für die Aufarbeitung der Stasi-Tätigkeit, seine Frau für die Aufarbeitung der Nazi-Zeit.

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Auch Luc Jochimsen wieder im Gespräch

Es gilt aber weiterhin als möglich, dass die Linke ganz ohne Kandidaten in die Bundesversammlung zieht. Als einziger Name neben Klarsfeld und Schramm ist bisher der von Luc Jochimsen genannt worden, die bereits 2010 für die Linke ins Rennen gezogen war. Die 75-jährige Bundestagsabgeordnete sagte auf "stern.de" zu der Frage, ob sie erneut antreten würde: "Das entscheiden andere."

Am sinnvollsten fände es die Ex-Fernsehjournalistin aber, wenn ihre Partei die Bundesversammlung boykottieren würde. "Man hat uns parteiübergreifend klargemacht, dass man uns nicht will und auch nicht braucht", sagte sie "stern.de". "Ich bin daher der Ansicht, wir sollten an der Bundesversammlung gar nicht teilnehmen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Linke als einzige im Bundestag vertretene Partei von der Kandidatensuche ausgeschlossen. Neben der Linken sind auch die rechtsextremistische NPD und die Piratenpartei unentschlossen, ob sie eigene Kandidaten ins Rennen schicken wollen. Eine Präsidentenwahl mit nur einem Kandidaten gab es bisher nur 1989, als Richard von Weizsäcker mit breiter Mehrheit in das höchste Staatsamt gewählt wurde.


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Quelle: AFP , dpa

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Kommentare (141)

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Thema: "Beate Klarsfeld: Linke will offenbar Nazi-Jägerin als Bundespräsidentin"

nm schrieb: am 22. Februar 2012 um 21:38:05
(432) (38) Am besten...
wir lassen das ganz sein mit dem Amt des Bundespräsidenten. Der Posten ist eh sinnlos und kostet den Steurezahler Geld.
Nebenbei bezahlen wir ja auch noch die verflossenen Bundespräsidenten weiter. Das Geld kann man auch gut da einsetzen, wo es wirklich gebraucht wird. Und um ein bißchen in der Welt herumzufliegen haben wir ja noch Aussenminister und Bundeskanzler.
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puli55 schrieb: am 22. Februar 2012 um 21:37:00
(133) (231) BP
Kein Katholik wird Gauck wählen und wollen, wie sollen sie ihren Pabst gegenübertreten.

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Opi schrieb: am 22. Februar 2012 um 21:36:11
(186) (70) Wahl
Kein Gegenkanidat/In, damit macht die Linke sich nur lächerlich. Hier geht nur Boykott der Wahl und dies mit ordentlich Zunder und
Hinweis auf die "Merkel - Demokratie"
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