02.02.2011, 07:45 Uhr
In Bayern nehmen sich die meisten Menschen im Bundesvergleich das Leben. (Foto: imago) (Quelle: imago)
In keinem Bundesland setzen so viele Menschen ihrem Leben selbst ein Ende wie in Bayern. Auf 100.000 Einwohner entfielen nach jüngsten Daten aus dem Jahr 2009 im Schnitt 12,9 Suizide, also 1749 Selbsttötungen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bundesweit lag der Schnitt bei 10,6, das entspricht 9616 Menschen. Zwar gebe es in Bayern schon seit Jahren die meisten Suizide Deutschlands, doch nun sei die Zahl erstmals auch bezogen auf die Bevölkerungsgröße am höchsten, schrieb die "Süddeutsche Zeitung".
Nach Bayern folgen Sachsen-Anhalt (12,6), Thüringen (12,4), Sachsen (12,3) und Baden-Württemberg (12,1). Die Länder mit der geringsten Häufigkeit von Selbsttötungen sind Berlin (7,5), Nordrhein-Westfalen (8,5), Niedersachsen und Brandenburg (jeweils 8,9) und Rheinland-Pfalz (9,5). Bei den Werten handelt es sich um standardisierte Angaben, bei denen mögliche Einflüsse der Altersstruktur der Bevölkerung keine Rolle spielen.
Größer als die Unterschiede nach Bundesländern ist der zwischen den Geschlechtern: Bundesweit kommen nach den Zahlen des Bundesamts 15,7 Selbsttötungen auf 100.000 Männer und 5,2 auf die gleiche Anzahl Frauen.
Die Zahl der Suizide ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich zurückgegangen. 1990 zählten die amtlichen Statistiker noch 13.924 Fälle, 2009 waren es 9616. Auch in Bayern ging die Zahl zurück: Von 1997 im Jahr 1990 auf 1749 im Jahr 2009. Es gebe also keinen Anstieg, die Zahl der Suizide gehe in Bayern lediglich langsamer zurück als im Bundesdurchschnitt, sagte der Psychologe Georg Fiedler.
Fiedler, zweiter stellvertretender Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, warnte zudem vor voreiligen Schlüssen. Die Zahlen von 2009 allein sagten wenig aus, sie könnten ein Ausrutscher sein. Zudem sei die Größenordnung so gering, dass es natürliche Schwankungen gebe. "Das ist erst ein Alarmzeichen, wenn sich der Trend in den Zahlen von 2010 fortsetzt", so Fiedler.
Der Würzburger Psychiater Armin Schmidtke, der auch Vorsitzender des nationalen Programms zur Suizidprävention ist, sagte der "SZ", er könne keinen vernünftigen Grund für die Zahlen nennen. Die Arbeitslosigkeit in Bayern sei nicht hoch und auch die Bindung der Menschen an den christlichen Glauben, der Selbsttötungen ablehne, sei stark. Der "SZ" zufolge ist aber auffällig, dass in denjenigen Regionen die Suizidrate steige, aus denen viele junge Menschen wegziehen.
Quelle: dpa , AFP
lema schrieb:
am 31. Januar 2011 um 17:23:36
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Selbstmordrate in Bayern
Könnte es daran liegen, dass in Bayern doch nicht alles so toll ist wie man den Rest der Republik glauben machen möchte?
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max 100 schrieb:
am 31. Januar 2011 um 17:22:52
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Selbstmorde
Bayern ist ein großes Flächenland. Es läßt sich aus der Höhe der Renten auf das vorher erzielte Einkommen schließen.
Nirgendwo in Deutschland sind die Renten so gering wie im "reichen" Bayern - durchschnittl. für Männer 853 Euro und für Frauen 506 Euro. Entsprechend niedig waren die Einkommen vor dem Rentenbezug. Wenn da mehr Menschen als anderswo verzweifeln wundert das nicht. So ist auch die Altersarmutsgefährdung in Bayern mit 17,7% am höchsten in Deutschl. - Durchschnitt :11,9% !
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Beobachter schrieb:
am 31. Januar 2011 um 17:17:44
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Suizide
Die Wissenschaftler haben keine Erklärung, hier ist sie.: n meiner Kindheit war die Selbstmordrate bei uns auf dem Dorf in NRW hoch.
Fehlende gesellschaftliche Anerkennung in der "guten altenZeit", vor allem bei Männern.Die zitierten betr Bundesländer haben in den ländlichen Gebieten oft noch genau diese "Standesstruktur" bis hin zur Ausgrenzung.
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