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Barack Obama soll Klimagipfel retten

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"Die Lage ist ernst" - Hoffnungen ruhen auf Obama

18.12.2009, 11:46 Uhr

Klimagipfel in Kopenhagen: US-Präsident Obama ist eingetroffen (Foto: AP) US-Präsident Obama ist in Kopenhagen eingetroffen (Foto: AP)In den frühen Morgenstunden war bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen nach einem nächtlichen Treffen von Vertretern aus 28 Staaten Optimismus angesagt. Inzwischen ist die Stimmung in der dänischen Hauptstadt wieder gedrückt. Man sei "eigentlich nicht weitergekommen", sagte Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg. Alle Hoffnungen ruhen jetzt auf US-Präsident Barack Obama, der am Morgen in Kopenhagen gelandet ist.

Obama wollte am Vormittag zunächst zu den Delegierten aus 192 Staaten sprechen. Anschließend trifft er sich mit Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao. Der Streit zwischen Washington und Peking über die internationale Überprüfbarkeit von Klimaschutzmaßnahmen gilt als eines der Haupthindernisse für ein umfassendes Abkommen.

Plenarsitzung verschoben

In Dänemark angekommen schaltete sich der US-Präsident aber zunächst in die Gespräche einer Gruppe von 20 bis 30 Repräsentanten unterschiedlicher Regional- und Interessengruppen ein. Die Gruppe, die in ähnlicher Zusammensetzung bereits während der Nacht und am Morgen beraten hatte, soll einen politischen Text ausarbeiten, der Weichen für ein künftiges Klimaabkommen stellen soll. Wegen dieser informellen Beratungen wurde die eigentlich für 10 Uhr angesetzte Plenarsitzung verschoben.

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Vorwürfe gegenüber Schwellenländern

Vor Obamas Ankunft hatten Minister und Delegierte nach ihrer nächtlichen Verhandlungsrunde sichtlich gestresst das Kongresszentrum verlassen. Der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt sagte dem Fernsehsender SVT: "Die Lage ist sehr ernst". Es gebe eine Gruppe beim Gipfel, die sich "nicht konstruktiv" verhalte und verwies auf Schwellenländer wie China und Indien.

Stimmung ist schlecht

Die Stimmung bei dem Mammuttreffen mit mehr als 10.000 Delegierten sei schlecht, hieß es aus Verhandlungskreisen. Eine Kerngruppe von gut zwei Dutzend Spitzenpolitikern soll nun eine politische Erklärung für die Plenums-Verhandlungen des Weltklimagipfels erarbeiten. "Wir brauchen die Zustimmung jeder einzelnen Delegation", betonte Japans Premierminister Yukio Hatoyama. Ziel war eigentlich die Einigung auf die wichtigsten Eckpfeiler eines Weltklimaabkommens, das von 1. Januar 2013 an das Kyoto-Protokoll ablösen soll.



Improvisierter Mini-Gipfel

In der Nacht hatte sich die Stimmung beim Klimagipfel vorübergehend gebessert, als sich nach einem Gala-Essen bei Königin Margrethe II. die Gruppe aus Staats- und Regierungschefs aus verschiedenen Kontinenten auf Initiative der EU zu einem improvisierten Mini-Gipfel traf.

China nicht dabei

Zu den Teilnehmerländern gehörten neben Deutschland und anderen maßgeblichen EU-Ländern auch Südafrika, Japan, Australien, und für die vom Klimawandel besonders hart betroffenen Länder Bangladesch und der Inselstaat Malediven. Die USA waren durch Außenministerin Hillary Clinton vertreten. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahmen am nächtlichen Kopenhagener Mini-Gipfel teil. Dagegen fehlte Chinas Regierungschef Wen Jiabao.

"Es gibt keine Lösung"

"Wir haben die ganze Nacht gearbeitet und trotzdem gibt es keine Lösung", sagte Norwegens Regierungschef Stoltenberg. Er fürchte, dass es kein Abkommen geben werde.


Quelle: AFP , dpa

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