14.10.2011, 09:35 Uhr | Von Chris Melzer, dpa
Fünftausend Menschen demonstrieren in Mannhatten an der Wallstreet gegen soziale Ungleichheit. Auch Gewerkschaften machen mit.
Vor nicht einmal drei Wochen war es nur ein Häuflein witziger Studenten, jetzt ist es eine Massenbewegung: In New York demonstrieren inzwischen Tausende gegen die Macht der Banken - und die Aktionen greifen längst auf andere Städte in den USA über.
Etwas optimistisch ist das Transparent wohl doch: "Milliardäre, Eure Zeit ist vorbei!" steht auf einem Schild, das eine junge Frau im Finanzdistrikt von New York hochhält. Nein, die Zeit der Banken, auf die New York schon baute, als es noch Neu Amsterdam hieß, ist vermutlich noch lange nicht vorbei. Aber es wird zumindest ungemütlicher. Seit drei Wochen protestieren Menschen gegen die Macht der Geldhäuser, in New York und anderswo. Am Mittwoch wurde aus der Aktion mit dem Schlachtruf "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") einiger weniger schriller Studenten ein breiter Protest von Tausenden - getragen von Gewerkschaften, Aktivisten und Anwohnern.
Mindestens 5000 Menschen hatten sich unweit des Rathauses versammelt und riefen in Sprechchören nach einer höheren Besteuerung der Banken. "In den letzten 30 Jahren sind die Reichen superreich geworden. Aber die Arbeiter haben immer mehr Probleme, alle Rechnungen zu bezahlen", schimpft Dave Stump. Der Pastor will schlicht höhere Steuern für Weltkonzerne: "Es kann doch nicht war sein, dass einige Multis nicht einen Dollar Steuern zahlen!" Neben ihm steht Joe Harkins, 78 Jahre alt und Veteran des Koreakrieges in den 50er Jahren. "Damals haben wir für Werte gekämpft", sagt er. "Für Freiheit und Bürgerrechte. Ich bin hier, weil diese Rechte immer weiter beschnitten werden."
Angefangen hat alles mit einem Häufchen junger Leute am Zuccotti-Park nahe der Wall Street. Sie kampieren noch immer in Schlafsäcken und fordern eine stärkere Beteiligung der Banken an den Kosten der Krise. Eigentlich sind das Leute, mit denen sich arbeitskampfgestählte Gewerkschafter nicht abgeben. Studenten, die das harte Erwerbsleben nicht kennen, finden in der Regel nicht die Anerkennung von Arbeitern, die seit dem 16. oder 17. Lebensjahr acht, neun Stunden Arbeit am Tag gewohnt sind. Diesmal ist es anders, diesmal sind die Gewerkschaften mit dabei. "Wir wollen doch das Gleiche", begründet das Mick Renner. "Ich bin Arbeiter und ich will von meinem Lohn leben. Das ist doch das einfachste Recht, dass man sich vorstellen kann. Warum ist das in diesem Land keine Selbstverständlichkeit."
Dabei ist immer noch nicht klar, was die Demonstranten eigentlich genau wollen. Die Macht der Banken beschneiden, sie zu mehr Allgemeinsinn anhalten, das Sozialsystem verbessern - aber wie? Klare Forderungen etwa nach Sondersteuern, Änderungen des Sozialrechts oder schärferer Verfolgung von Wirtschaftskriminalität sucht man vergebens. Und der Haufen der Demonstranten ist bunt: Umweltschützer und Abtreibungsbefürworter, Arbeitskämpfer und Sozialreformer, Todesstrafengegner und Tierschützer. Eine Art Tea Party von links.
"Wir sind die 99 Prozent, die die Gier und Bestechung des einen Prozents nicht mehr hinnehmen wollen", heißt es in Aufrufen in Anspielung auf Amerikas reichstes Prozent der Bevölkerung. "Da läuft einfach was falsch", schimpft Paul Derose. "Dieses Land ist so reich, und trotzdem geht es vielen so dreckig." Er hebt sich mit seiner Krawatte von den typischen Demonstranten ab. "Eigentlich bin ich Landschaftsgärtner. Aber die Krise zwingt mich dazu, als Verkäufer zu arbeiten." Im nächsten Jahr sind Wahlen. "Ich war immer Demokrat", sagt Derose nachdenklich. "Aber im nächsten Jahr habe ich nur die Wahl zwischen 'ganz furchtbar' und 'noch übler'."
Quelle: dpa
Uli schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 20:54:23
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(1)
Demokratie?
Bei uns fordern Politiker bei soveränen Staaten die Rechte der gewählten Regierungen zu Gunsten der Märkte einzuschränken.
Das verstößt gegen demokratische Prinzipien. Das Volk eines Landes ist der Souverän, diese Pläne sind Pläne für eine Diktatur durch die Märkte. Wer sind die Personen die hinter den Märkten stehen und was wollen diese Personen erreichen. Ich denke nur das Beste aber das nur für Wenige und der Rest soll sehen wo er bleibt. Danke an alle die der Markthörigkeit erlegen sind.
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pst. schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 18:57:50
(31)
(2)
Beschämend
Beschämend, daß die Ami´s uns vormachen, was wir hätten längst tun sollen.
Wo sind sie geblieben:Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit
In diesem Staat und unter diesen Politikern jedenfalls nicht. Das System Kapitalismus ist gescheitert wie der Sozialismus, es ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann wird den oberen nichts mehr helfen,weder Geld noch Beziehungen,sie werden gerichtet wie 1781 in der Pariser Kommune.
Bedenkt aber,in Syrien sehen die EU- Staaten wie man Demokratie unterdrücken kann
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Friedrich schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 18:25:12
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Juncker wird seine AUFSTÄNDE bekommen!
J.-C. Juncker im SPIEGEL, 52, 1999, Zitat: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum
und warten einige Zeit ab. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine AUFSTÄNDE, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter Schritt für Schritt, bis es kein zurück mehr gibt!" - Noch Fragen? - Die Amerikaner fangen schon mal an und es wird nicht lange dauern, dann steht auch Europa in Flammen und die EU u. der Euro werden nur noch Geschichte se
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