Viele Deutsche zieht es weg aus ihrem Land (Foto: Archiv)
Erstmals seit fast einem Vierteljahrhundert haben mehr Menschen Deutschland verlassen als eingewandert sind. Im Jahr 2008 zogen etwa 682.000 Menschen zu, 738.000 jedoch verließen das Land. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Damit gab es zum ersten Mal seit 1984 wieder eine negative Wanderungsbilanz.
Vor allem bei den Deutschen hält der Trend an, ihrem Heimatland den Rücken zu kehren: Bei ihnen gab es mit 175.000 Auswanderern die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen 1954.
Deutsche zieht es weg
Die Bilanz der Zu- und Fortzüge für 2008 zeigt einen negativen Saldo von 56.000 Personen. Bei den ausländischen Ein- und Auswanderungen ist der Saldo mit 11.000 leicht positiv - es kamen also mehr als weggingen -, bei den Deutschen liegt er dagegen mit 66.000 im Minus. "Somit ist trotz der Unklarheit über die tatsächliche Zahl der Fortzüge davon auszugehen, dass die Abwanderung von Deutschen anhält", erklärt das Statistische Bundesamt. Seit Jahren kehren immer mehr Deutsche ihrer Heimat den Rücken. 2008 stieg ihre Zahl im Vergleich zu 2007 noch einmal um etwa 14.000. Während rund 175.000 Deutsche auswanderten, kamen im gleichen Zeitraum rund 108.000 Deutsche aus dem Ausland. Gegenüber dem Vorjahr war dies ebenfalls ein leichter Anstieg um etwa 2000. Darin sind auch 4000 Spätaussiedler enthalten.
Rückgang vorerst gestoppt
Während die Zahl der Auswanderer gegenüber 2007 um etwa 100.000 stieg, scheint bei der Zuwanderung der Rückgang der vergangenen Jahre vorerst gestoppt zu sein. Im Vergleich zu 2007 blieb die Zahl der Zuwanderer etwa konstant, nachdem sie von 2001 bis 2006 kontinuierlich zurückgegangen war. In der ersten Hälfte der 90er Jahre hatte die Zahl der Zuwanderer noch jährlich die Millionengrenze überschritten. In den Jahren seit 1984 waren insgesamt jedes Jahr mehr Menschen gekommen als gegangen. Vor 1984 hatte der Saldo ständig zwischen Negativ- und Positivbereich geschwankt.
Zuzug von Ausländern konstant
Die Zahl der Ausländer, die Deutschland verließen, stieg 2008 von 476.000 auf 563.000. Zugleich wanderten etwa 574.000 Ausländer zu. Gegenüber 2007, als 575.000 Ausländer kamen, blieben diese Zuzüge somit konstant. Hauptziele der Zuwandernden waren wie im Vorjahr Nordrhein-Westfalen (137.000), Baden-Württemberg (121.000) und Bayern (120.000). Bezogen auf die Einwohnerzahl lagen Berlin mit 13 Zuzügen pro 1000 Einwohner und Hamburg mit zwölf Zuzügen pro 1000 Einwohner vorne.
Keine präzisen Zahlen möglich
Das Bundesamt weist allerdings darauf hin, dass der tatsächliche Umfang der Fortzüge und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr unklar sind: Wegen der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer seien die Melderegister 2008 umfangreich bereinigt worden, was zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen geführt habe. Der Umfang dieser Bereinigungen sei statistisch aber nicht zu ermitteln.
Michael56077 schrieb:am 8. Dezember 2010 um 14:04:56 (0) (0)Auswandern Es stellt sich die Frage, warum wollen so viele auswandern. Wer kann mir eine Antwort darauf geben ? Kommentar melden