10.01.2008, 11:05 Uhr
Die gute alte Glühbirne - Australien sieht in ihr einen schlimmen Umweltverschmutzer (Quelle: dpa)Die Tage der klassischen Glühbirne sind in Australien gezählt. Die Regierung will den mehr als 125 Jahre alten Lichtspender ab 2010 verbieten, kündigte damalige Umweltminister Malcolm Turnbull im Februar 2007 an. Zum Einsatz sollen dann nur noch Energiesparlampen kommen - ein Beitrag Australiens zur Reduzierung der Treibhausgase.
Appell an Rest der Welt
"Wenn der Rest der Welt mitmacht, können wir den Energieverbrauch weltweit um das fünffache dessen reduzieren, was Australien verbraucht", sagte Turnbull. Die schrittweise Umstellung der Lampen werde nicht nur die Stromrechnung der Haushalte entlasten, sondern auch die Emission von Treibhausgasen im eigenen Land bis 2012 um vier Millionen Tonnen reduzieren.
80 Prozent weniger Strom
Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom. Klassische Glühbirnen geben zudem einen Großteil der verbrauchten Energie als Wärme ab. Die herkömmliche Glühlampe basiert auf dem Prinzip des Kohleglühfadens, für den der Amerikaner Thomas Edison 1880 das Patent in den USA erhielt.
Tropfen auf heißen Stein?
Umweltschützer kritisierten die Ankündigung der konservativen Regierung als Tropfen auf den heißen Stein. Statt dessen fordern sie einen konkreten Zielrahmen für die Reduzierung der Emissionen und die Umstellung auf erneuerbare Energieträger.
Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben
Pro Kopf gemessen pustet kein Land der Welt so viele Treibhausgase in die Luft wie Australien. Das liegt daran, dass das Land zur Energiegewinnung überwiegend auf Kohle setzt. Neben den USA, dem absolut gesehen mit Abstand größten Treibhausgasproduzenten der Welt, ist Australien das einzige Industrieland, dass das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase nicht ratifiziert hat.
Wichtiges Wahlkampfthema
Der konservative Premierminister John Howard stand damals unter Druck der Bevölkerung, mehr für den Umweltschutz zu tun - und mitten im Wahlkampf. Genutzt hat es ihm nichts: Die Wahlen in Australien verlor gegen seinen Herausforderer von der Arbeitspartei, Kevin Rudd.
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