21.01.2011, 13:36 Uhr
Der Fetthersteller Harles & Jentzsch ist im Dioxin-Skandal schweren Vorwürfen ausgesetzt (Foto: dpa)
Der Fetthersteller Harles & Jentzsch hat nach Informationen der "Berliner Zeitung" offenbar regelmäßig und in viel größerem Ausmaß dioxinbelastete Fettsäuren gemischt und ausgeliefert als bislang bekannt. Das zeigen Messergebnisse des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), die der Zeitung vorliegen. Bislang wurden 153 Rückstellproben von unterschiedlichen Fettlieferungen des Betriebes Harles & Jentzsch ausgewertet.
Jede der 153 Proben stehe für eine bestimmte Mischung des Herstellers, die tonnenweise das Werk verlassen haben könne. In 92 der insgesamt 153 Fettproben sei eine Überschreitung des zulässigen Dioxingrenzwertes festgestellt worden, hieß es.
Die gemessenen Dioxinwerte in den einzelnen Lieferpartien wichen auch in ihrer Höhe eklatant voneinander ab. Die Bandbreite der Messungen reiche von der leichten Grenzwertüberschreitung bis zur fast 100-fachen Menge des Erlaubten, berichtete die Zeitung.
Während der Eröffnungsfeier der Grünen Woche verspricht Agrarministerin Ilse Aigner lückenlose Aufklärung im Dioxin-Skandal. zum Video
Den Messungen zufolge gebe es fast keine Lieferung, die denselben Dioxinwert aufweise. Für Ermittler verdichteten sich damit die Hinweise, dass die Dioxonbelastung in den Fetten auf ein kontinuierliches Mischen dioxinbelasteter Fettsäuren zurückzuführen sei.
Alle Proben stammen aus der Zeit vom 11. November bis zum 13. Dezember. Die Behörden schätzen, dass die Firma in diesem Zeitraum 2482 Tonnen Futtermischfette hergestellt hatte. Diese Mischungen wurden an 20 niedersächsische Futtermittelunternehmer geliefert, die daraus verschiedene Arten von Tierfutter herstellten. Für Niedersachsen ergäbe das schätzungsweise eine Futtermittelmenge von 25.000 bis 125.000 Tonnen, die auf diese Weise in den Trögen und damit in der Nahrungskette gelandet sein könnten.
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner versicherte Verbrauchern und Landwirten, rasch Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal zu ziehen. Die CSU-Politikerin sagte: "Die Täter haben offenbar aus niederen Beweggründen und mit hoher krimineller Energie gehandelt." Deshalb gehörten sie scharf verurteilt.
Landwirte könnten genauso wie die Verbraucher darauf vertrauen, dass der Fall Konsequenzen habe, versicherte die Ministerin. "Denn die Sicherheit unserer Lebensmittel geht uns alle an." Bund und Länder setzen sich gemeinsam für schärfere Kontrollen und mehr Transparenz für die Verbraucher ein.
Aigner mahnte: "Wir müssen den Wert von Lebensmitteln besser zu schätzen wissen." Das bedeute aber auch, die Leistungen der Landwirte zu würdigen. In Zeiten heftiger Preiswettbewerbe gelte deshalb: "Qualität hat ihren Preis."
Landwirte und Verbraucher seien natürliche Verbündete, erklärte die Bundesministerin. Gerade in diesen Tagen gehe es darum, dieses Bündnis zu erneuern. "Landwirtschaft braucht das Vertrauen der Verbraucher", sagte Aigner.
Die industrielle Landwirtschaft leidet derzeit unter dem Dioxin-Skandal. zum Video
Quelle: AFP , dapd , dpa
1944 schrieb:
am 21. Januar 2011 um 14:27:48
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@Mucher
Genau so ist es.Das Sprichwort"Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht" trifft nur im beschränkten Maße zu - will heißen,
dass er also schon sehr oft "zum Brunnen" gegangen ist, bis er (endlich vielleicht?) bricht.Also dürfen wir zurückschließen,dass diese Panscherei schon lange im Gange ist! Ob "der Krug (jetzt wirklich) bricht",sei dahingestellt...
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Mucher schrieb:
am 21. Januar 2011 um 14:11:47
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Spitze eines Eisberges
Leider war von vorneherein zu vermuten, dass auch hier nur die Spitze eines Eisberges sichtbar wurde. Tatsächlich
dürfte die Praxis des Verpanschens seit Jahren rentabel und deshalb auch so durchgezogen worden sein. Das bedeutet, wir haben bereits massig Lebensmittel mit überhöhten Dioxinwerten zu uns genommen. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn das jetzt dauerhaft abgestellt würde. Bis zum nächsten Skandal liebe Grüße!!
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hans x schrieb:
am 21. Januar 2011 um 13:55:54
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Dioxin-Skandal
Seehofers Maßnahmenkatalog von vor 4 Jahren wurde von Frau Aigner abgekupfert. Seehofer hat nichts umgesetzt, Aigner wird
davon nichts umsetzen und über ein Strafmaß der Futtermittelkriminelllen hat man noch nichts gehört.
Sonnleitner (Rumpelstilzchen) und der Bauernverband nutzen jede noch so dreckige Angelegenheit um kräftig an der Preisschraube zu drehen. Es wird Zeit, daß die Butter wieder 75 Cent kostet, Herr R.....
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