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Affäre um türkischen Konsul spitzt sich zu
13.05.2009, 12:09 Uhr
Wegen angeblich deutschfeindlicher Äußerungen gerät der türkische Generalkonsul Hakan Kivanc immer mehr unter Druck. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion forderte das Auswärtige Amt am Mittwoch auf, für den Abzug des in Düsseldorf ansässigen Konsuls zu sorgen.
Zwei eidesstattliche Versicherungen untermauerten die schweren Rassismus-Vorwürfe gegen Kivanc, hieß es. Der Generalkonsul soll erklärt haben, die Deutschen würden am liebsten allen Türken ein "T" eintätowieren lassen "und ihnen das gleiche antun (...) was sie den Juden angetan haben".
Eidesstattliche Versicherungen von Hörern
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), und die für Extremismus zuständige Berichterstatterin Kristina Köhler (CDU) erklärten, ein Frankfurter Rechtsanwalt habe die Hinterlegung zweier eidesstattlicher Versicherungen bestätigt. In diesen würden die Vorwürfe gegen den türkischen Generalkonsul unterstrichen. Die Versicherungen seien von zwei Teilnehmern des Gesprächs abgegeben worden, bei dem am 22. Februar die Äußerungen gefallen seien.
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"Braunes Blut"
Der Konsul habe demnach wörtlich erklärt: "Die Deutschen würden, wenn sie es könnten, allen aus der Türkei ein 'T' tätowieren und ihnen das gleiche antun, was sie während der Nazidiktatur den Juden angetan haben. Den Deutschen sollten wir nicht vertrauen." Außerdem soll Kivanc gesagt haben, "die Türkei sei die einzige Schutzmacht, die alle Türken in Deutschland schützen würde. Wenn man den Deutschen die Pulsadern aufschneiden würde, würde bei ihnen braunes Blut fließen."
"Freundliche aber bestimmte Bitte um Abzug" gefordert
Nach den eidesstattlichen Versicherungen seien die Vorwürfe "inzwischen derart manifest, dass Hakan Kivanc nicht weiter als Generalkonsul in Deutschland tragbar ist", erklärten Köhler und Uhl. "Wir fordern deshalb das Auswärtige Amt auf, an die Türkei einen im Diplomatenenglisch sogenannten request for recall zu richten, also die freundliche aber bestimmte Bitte um Abzug des Generalkonsuls aus Deutschland". Das Auswärtige Amt könne die "Affäre Kivanc" jetzt nicht länger mit einem Achselzucken beiseite schieben, erklärten die beiden Unionspolitiker.
Kivanc weist Vorwürfe zurück
Kivanc wies die Vorwürfe zurück. In einer von der türkischen Botschaft in Berlin veröffentlichten Mitteilung heißt es: "Inwiefern der Umstand, dass einige Pressevertreter unwahre und tendenziöse Aussagen von bestimmten Kreisen, deren negative Haltung gegenüber der Türkei wohlbekannt ist, Wert beimessen und eine von mir nicht getätigte Äußerung, ohne Rückfragen, ob diese der Wahrheit entspricht oder nicht, zum Gegenstand von Pressemeldungen machen, mit der Presseethik vereinbar ist, wird sicherlich von der Öffentlichkeit ihrerseits beurteilt werden." Eine Sprecherin der türkischen Botschaft erklärte auf Anfrage, über diese Mitteilung hinaus gebe es derzeit keinen neuen Sachstand.
Kloster-Schützer machte Affäre publik
Öffentlich gemacht wurde die Affäre durch "Aktion Mor Gabriel". Das Ziel der Initiative ist eigenen Angaben zufolge die Rettung des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel im Tur Abdin, das im Südosten der Türkei liegt.
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Quelle: dapd