Der historische Schriftzug wurde in einem Versteck im Wald wiedergefunden - in drei Teile zersägt (Foto: dpa)Die polnische Polizei hat den gestohlenen Schriftzug "Arbeit macht frei" vom Haupttor des früheren Konzentrationslagers Auschwitz in einem Versteck im Wald beschädigt wiedergefunden. Nach Polizeiangaben wurde die Inschrift in drei Teile von je einem Wort zerschnitten. Die Polizei nahm bei dem Einsatz im Norden Polens fünf Männer im Alter zwischen 20 und 39 Jahre widerstandslos fest.
Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich nach Einschätzung der polnischen Polizei nicht um Neonazis. Keiner der fünf festgenommenen Verdächtigen gehöre nach bisherigen Erkenntnissen einer rechtsextremen Gruppe an.
Haftstrafen bis zehn Jahren
Die Verdächtigen seien teils wegen Diebstahls und teils wegen tätlichen Angriffs vorbestraft, hieß es weiter. Vier von ihnen hätten an der Entwendung der Aufschrift teilgenommen, sagte der Polizeichef in Krakau. Der fünfte Mann sei mit der Gruppe verbunden gewesen. Die Männer wurden bereits in die Polizeizentrale nach Krakau gebracht und sollen im Tagesverlauf vernommen werden. Ihnen drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren.
Unbemerkt gestohlen
Die Täter hatten am Freitagmorgen die rund fünf Meter lange und 40 Kilogramm schwere Inschrift über dem Eingangstor der Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers abmontiert und unbemerkt vom Gelände entwendet. Die Aufschrift "Arbeit macht frei", die über den Einfahrten zahlreicher Konzentrationslager angebracht wurde, gilt als zynisches Symbol für die Gräueltaten der Nazis, die Millionen von Menschen ermordeten.
Der polnische Minister für Schutz der Gedenkstätten, Andrzej Przewoznik, forderte unterdessen mehr internationales Engagement bei der Erhaltung des Auschwitz-Museums. Es sei kein gewöhnliches Museum, sagte er dem Fernsehsender TVPInfo. Die internationale Öffentlichkeit sollte Geld bereitstellen, um diesen Ort für künftige Generationen zu bewahren.
Grabstein für Millionen Juden
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte noch am Sonntag die Bedeutung der Inschrift betont. Sie sei von "größter historischer Wichtigkeit für das jüdische Volk und die ganze Welt; sie ist ein Grabstein für mehr als eine Million Juden". Im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz wurden mehr als eine Million Menschen ermordet. Die meisten Opfer waren Juden aus Osteuropa. Das Lager wurde am 27. Januar 1945 von sowjetischen Truppen befreit.