23.09.2011, 10:51 Uhr
Historischer Ort von Weltrang: das Augustinerkloster in Erfurt (Quelle: dpa)
Papst Benedikt XVI. trifft sich am Freitag im Augustinerkloster zu Erfurt mit den Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das Kloster ist als Lutherstätte ein Ort von historischem Weltrang: Hier lebte der Reformator Martin Luther sechs Jahre lang als junger, katholischer Augustinermönch. Diese Jahre seien seine prägendsten Lebensjahre gewesen, sagte er später.
Luther hatte sich als 21-Jähriger den Augustiner-Mönchen in Erfurt angeschlossen, nachdem er in einem Gewittersturm das Gelübde abgelegt hatte, Mönch zu werden. Am 2. Mai 1507 las er in dem Kloster seine erste Messe. In diesen Tagen ist es genau 500 Jahre her, dass Luther aus dem Kloster auszog. Zu dieser Zeit hatte er noch nicht mit dem Papst gebrochen - der Schritt folgte aber bald darauf.
Für das Kloster bedeutete die Reformation Luthers ebenfalls die baldige Abwendung von der katholischen Kirche: 1518 wurde Luthers enger Freund Johannes Lang Prior der Erfurter Augustiner. 1522 traten Luther, Lang und mehrere andere Mönche aus dem Konvent aus und ebneten so Luthers Lehren in Erfurt und Umgebung den Weg. 1556 starb der letzte der Erfurter Augustinermönche, 1559 wurde das Kloster säkularisiert - also verweltlicht - und bald darauf als evangelisches Gymnasium genutzt.
Auch eine Bibliothek, ein Waisenhaus und ein Tagungshaus waren über die Epochen hinweg in dem Kloster untergebracht. Die politische Karriere des späteren Reichskanzlers Otto von Bismarck nahm zudem 1850 in der zum Kloster gehörigen Kirche ihren Ausgang, als damals in dem Gemäuer das Unionsparlament um einen Verfassungsentwurf rang.
Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 25. Februar 1945, trafen zwei britische Fliegerbomben das Gebäude, 267 Menschen starben. Der Wiederaufbau der Anlage begann noch im Jahr darauf, so dass das Kloster auch in der DDR genutzt wurde: Ab 1960 nutzte die evangelische Predigerschule das Gebäude. Vor wenigen Jahren wurde es modernisiert und wird seitdem als Tagungs- und Begegnungsstätte genutzt. 2004 wurde das Kloster als "einmaliges nationales Kulturdenkmal von besonderer herausragender Bedeutung" anerkannt.
Quelle: AFP
michel schrieb:
am 23. September 2011 um 17:56:23
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Ort der Wiedervereinigung 2017
Das wäre doch was, hier die Ökumene bekannt zu geben! Luther war Reformer, nicht Spalter. Aber er war zu
progressiv, zu radikal und das dürfen wir nicht vergessen. Hätte er eine gemäßigte Macht hinter sich gehabt, wäre er PAPST geworden.
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