
04.02.2012, 14:37 Uhr
Sechs Tote nach erneuten Ausschreitungen in Ägypten Die Polizei ging massiv mit Tränengas und Schrotkugeln gegen die Demonstranten vor. 1500 Menschen wurden verletzt.
Nach dem Freitagsgebet ist es in mehreren ägyptischen Städten zu weiteren Protesten gegen den herrschenden Militärrat gekommen. Zwei Tage nach den tödlichen Ausschreitungen bei einem Fußballspiel stürmte in Kairo ein wütender Mob ein Gebäude der Steuerbehörde. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen flogen Brandbomben. Die Zahl der Toten stieg von sechs auf elf, mehr als 1500 wurden verletzt.
Auf dem Kairoer Tahrir-Platz, auf dem vor einem Jahr Zehntausende den Rücktritt des langjährigen Machthabers Husni Mubarak erzwungen hatten, forderten Demonstranten den Rücktritt des Militärrats, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten Mubaraks besteht. Die Polizei ging massiv mit Tränengas und Schrotkugeln gegen die Demonstranten vor, aus deren Reihen Steine geworfen wurden. Ein Mann in Kairo sei von einer aus nächster Nähe abgefeuerten Schrotladung tödlich getroffen worden, sagte einer der Ärzte, die freiwillig verletzte Demonstranten behandeln. Nach Angaben der Polizei starben in Kairo sechs Menschen - fünf Demonstranten und ein Polizist.
Die amtliche Nachrichtenagentur MENA meldete, in Kairo sei bei den Zusammenstößen auch ein Sicherheitsbeamter getötet worden. Fünf Tote gab es allein in der Stadt Suez, wo Augenzeugen zufolge mit scharfer Munition in eine Menge von rund 3000 Demonstranten vor dem Polizeihauptquartier geschossen wurde.
Nach der Gewalt im Stadion am Mittwoch in Port Said, bei der 74 Menschen ums Leben kamen, warfen die Protestierenden den Sicherheitskräften Versagen vor, teilweise auch absichtliche Untätigkeit. Sie vermuten, dass die Morde auf dem Spielfeld von bezahlten Schlägertrupps provoziert wurden, um Chaos zu stiften.
Ein Drama mit vielen Opfern: Zum Ende einer Partie im ägyptischen Port Said kam es zu gewalttätigen Unruhen auf den Rängen und dem Feld. zum Video
In Sprechchören forderten sie am Freitag die Hinrichtung des Vorsitzenden des Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi. "Das Volk will den Marschall hinrichten", riefen die Demonstranten. Mit Helmen und Gasmasken bahnten sie sich in Kairo ihren Weg Richtung Innenministerium. Bei Einbruch der Dunkelheit ging ein Regierungsgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Flammen auf.
Auch am Samstag versammelten sich wieder Hunderte Demonstranten auf dem Kairoer Tahrir-Platz. Viele forderten eine Reform der Polizeikräfte, andere erneut die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats.
Der regierende Militärrat veröffentlichte eine Stellungnahme, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als "gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte" bezeichnete.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich besorgt über die jüngsten Gewaltausbrüche. "Wir rufen in aller Form Ägypten dazu auf, die Umstände und die Hintergründe dieser Welle von Gewalt aufzuklären und auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte er in München. Der Fahrplan für den Demokratisierungsprozess in Ägypten, der Präsidentschaftswahlen Ende Juni vorsieht, müsse eingehalten werden.
Nach dem Drama von Port Said hatte die Polizei 53 Verdächtige festgenommen. Menschenrechtler sprachen am Freitag von "willkürlichen Festnahmen". Viele der angeblichen Aufrührer seien unschuldige Jugendliche. Die Menschenrechtler forderten die Staatsanwaltschaft zudem auf, in dem gleichen Verfahren gegen den Vorsitzenden des Obersten Militärrates, Feldmarschall Tantawi, Innenminister Muhammed Ibrahim und Ministerpräsident Gamal al-Gansuri sowie fünf weitere Funktionäre zu ermitteln.
Quelle: dpa , dapd
Udo schrieb:
am 4. Februar 2012 um 18:29:19
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Büchse der Pandora
Das alles hat Kriegsverbrecher Busch mit seinem Überfall auf den damaligen Irak überhaupt erst ermöglicht. Ein Land
nach dem anderen verschwand, verschwindet in dieser Region in maximalen Chaos. Peter Scholl-Latour hatte gesagt " nun haben die Amis die Büchse der Pandora geöffnet, diese wird sich nie wieder schließen " Eine brilliante Ausage wie wir nun sehen können. Leider stand Busch nie für seine Verbrechen vor Gericht auch wenn 5000 seiner eigenen Soldaten Ihr Leben verloren haben..
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Otto.Norm schrieb:
am 4. Februar 2012 um 17:34:25
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@Schweizer
Stimmt, der Deutsche Michel ist zu Demokratie nicht fähig.
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achim08 schrieb:
am 4. Februar 2012 um 16:28:28
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Agypten
Es ist trauig um ein so schönes Land. Ab was sich hier abspielt zeigt doch
wieder das der Mop dieses Land zerstören wird und wir
bald solche Ver-
hältnisse haben wie in Syrien. Wenn man die arabische Welt sich mal ansieht,
meint man das viele Länder noch in einem anderen Jahrhundert leben und
von der jetztigen Zeit noch nichts mitbekommen haben(siehe Muslimbruder-
schaft, Salafiten).Die gewählten Abgeordnenten schweigen und der Mop
regiert die Städte und Straßen. Hoch lebe die Demokratie.
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