12.01.2011, 12:59 Uhr
Macht dem der schrecklichen Verletzung erstaunliche Fortschritte: Gabrielle Giffords (Foto: dpa)
Der Zustand der schwer verletzten US-Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords hat sich etwas gebessert. Sie sei wach, könne selbstständig atmen und reagiere auf die Ärzte, teilte der Neurochirurg Michael Lemole mit. Giffords habe aber weiter einen Beatmungsschlauch, um ihre Atmung zu unterstützen.
Jetzt sind die Ärzte optimistisch, dass ihre Patientin den Anschlag überlebt. "Sie hat eine 101-prozentige Überlebenschance", sagte Dr. Peter Rhee. "Sie wird nicht sterben. Ich erlaube es ihr nicht."
Der mutmaßliche Attentäter von Arizona, Jared Loughner, bleibt weiter in Haft. Ein Bundesgericht lehnte die Freilassung gegen Kaution ab.Vertreten wird der 22-Jährige von der Anwältin des Attentäters von Oklahoma City, Timothy McVeigh. Angeklagt ist Loughner in fünf Punkten: Er muss sich wegen Mordversuchs an Giffords verantworten, außerdem wegen Tötung und versuchter Tötung von Bundesbediensteten in jeweils zwei Fällen.
Im Gerichtsgebäude in Phoenix herrschten scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Loughner betrat es in Handschellen, seine Anwältin sprach leise mit ihm. Der Kopf des 22-Jährigen war kahlrasiert, an der rechten Schläfe hatte er eine Wunde. Im Laufe der Anhörung äußerte er sich nur ein einziges Mal: Er bejahte die Frage des Richters, ob er verstehe, dass ihm im Fall einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe oder gar die Todesstrafe drohen.
Die Ärzte bestätigen jedoch, dass die schwer verletzte US-Abgeordnete selbstständig atmen kann. zum Video
Nach Angaben der Ermittler ist Loughner ein psychisch labiler Einzelgänger, der die Regierung einer Verschwörung verdächtigte und sich vergeblich beim Militär bewarb. Bei dem Blutbad vor einem Einkaufszentrum in Tucson wurden am Samstag sechs Menschen erschossen und 14 weitere verletzt.
Loughner könnte sich wegen einer Besonderheit des amerikanischen Rechts bald zwei Verfahren gleichzeitig ausgesetzt sehen. Die örtliche Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sie neben dem Prozess nach Bundesrecht ein weiteren nach dem Recht des Staates Arizona gegen den mutmaßlichen Attentäter beginnen kann.
Der Schwager Giffords, der US-Astronaut Scott Kelly, meldete sich aus dem Weltall zu Wort. Wenn er von der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde blicke, sehe er einen wunderschönen Planeten, der friedlich wirke, es aber nicht sei, sagte er. Jeder müsse sich noch mehr anstrengen.
Wie aus US-Regierungskreisen verlautete, will Präsident Präsident Barack Obama nach Arizona reisen, um bei einer Gedenkfeier zu Ehren der Opfer des Blutbads in der Universität von Arizona zu sprechen. Für Donnerstag war ein Gottesdienst in einer Kirche in Tucson geplant.
Quelle: dapd
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